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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 16

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Gruppe III. Chemische Industrie. 
1. Eindampfpfannen aus Blei, welche auf gusseisernen Platten 
stehen mit directer Feuerung unter den Platten. 
2. Mit überschlägigem Feuer betriebene Bleipfannen, deren Ränder 
doppelte Wandungen haben und mit Wasser gekühlt werden können, 
um das Abschmelzen des Bleies zu verhüten. Oder die Concentration 
wird bewerkstelligt: 
3. durch gespannten Wasserdampf oder 
4. durch heisse schweflige Säure. 
Bei Anwendung des zuerst angeführten Concentrationsapparates, 
nämlich der offenen Pfannen mit directem Feuer, hält es der Verfasser Q 
für zweckmässig, das Verdampfen durch Thermometer zu controliren, 
da bei zu hohen Temperaturen das Blei leicht zerstört wird. 
Eingangs der citirten Abhandlung bespricht der Verfasser die 
Einwirkung der Schwefelsäure auf das Blei und theilt als dasErgebniss 
seiner Erfahrungen mit, dass ganz reines Blei hei der Concentration 
von Schwefelsäure mehr angegriffen werde, als weniger reines Metall. 
Dieselbe Beobachtung ist schon früher von Calvert und Johnson 2 ) 
gemacht worden. 
Bestehen die zur Verdampfung verwendeten offenen Pfannen aus 
nicht gar zu weichem Blei, so können dieselben lange aushalten, wenn 
der Arbeiter die Concentration mit der nöthigen Sorgfalt überwacht. 
Chandelon hat den zweckmässigen Vorschlag gemacht, die Feuer 
gase jeder Schwefelsäureconcentration in einen besonderen kleinen 
Schornstein zu führen, da man nicht heurtheilen kann, ob ein Schwefel 
säureverlust stattfindet, wenn Wasserdampf, Salzsäure und die Feuer 
gase einer chemischen Fabrik zusammen durch einen grossen Schorn 
stein abgeführt werden. 
Die gewöhnliche Concentration in offenen Pfannen ist einfach und 
deshalb noch heute vorwaltend in Anwendung, obwohl sie, was Repa 
raturen, Kohleverbrauch und Säureverlust anlangt, gerade nicht sehr 
empfehlenswerth ist. 
Der Abdampfofen, in welchem die Flamme die Oberfläche der 
Säure direct bestreicht, war früher vielfach in England im Gebrauch 
und wurde in Deutschland wohl zuerst in der chemischen Fabrik zu 
Lüneburg eingeführt. Die Oefen halten jahrelang ohne Reparatur, 
brauchen wenig Brennmaterial zur Concentration, haben aber den 
Uebelstand, dass sehr leicht eine Ueberhitzung stattfindet und alsdann 
beträchtliche Quantitäten Schwefelsäure mit den Feuergasen entweichen. 
Aus diesem Grunde sind diese Abdampföfen an vielen Orten, wo sie 
eingeführt waren, wieder ausser Betrieb gesetzt worden. 
D Hasenclever, Ber. ehern. Ges. VI, 502. 2 ) Calvert u. Johnson , 
Compt. rend. LVI, 140; Dingl. pol. J. 1863, 358.
	        
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