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Gruppe III. Chemische Industrie.
obgleich nicht selten bei zu . stürmischer Entwickelung Explosionen
durch sie veranlasst worden sind. Man hat wiederholt vorgeschlagen,
um diesem Uebelstande vorzubeugen, dem chlorsauren Kalium Braunstein
beizumengen. Neuere Unfälle, besonders eine furchtbare Explosion
in einem pharmaceutischen Laboratorium zu Paris, veranlassten
Debray und Bourgoin 1 ), das zu ihrer Verhütung in Deville’s
Laboratorium gebräuchliche Verfahren zu veröffentlichen: Braunstein
oder das leichter rein zu erhaltende rothe Oxyduloxyd, Mn^Ch, soll
dem chlorsauren Kalium in gleicher Gewichtsmenge hinzugefügt, und
das eiserne Gefäss in einem mit Kohle gefüllten Ofen so erhitzt werden,
dass das Feuer von oben entzündet wird. Schwarz 2 ) veröffentlichte
ebenfalls Unglücksfälle, die durch Anwendung mit Kienruss verfälschten
Braunsteins und durch Versehen veranlasst worden sind, indem z. B.
Schwefelantimon mit Braunstein verwechselt ward, und er empfahl deshalb
gewiss mit Kecht, Gemenge für Sauerstoffentwickelung vorher
durch Erhitzen auf dem Platinblech zu prüfen. Münck 3 ) schlug vor,
statt des Braunsteins Eisenoxyd zuzusetzen, welches leichter erkennbar sei.
Scheele’s Darstellung aus Braunstein und Schwefelsäure hat
den Nachtheil, dass Glasgefässe durch das erstarrende schwefelsaure
Manganoxydul sehr leicht gesprengt werden. Dies zu verhüten hat
B. Wagner 4 ) vorgeschlagen, die Schwefelsäure durch saures schwefelsaures
Natrium zu ersetzen. So entsteht ein leicht schmelzbares Doppelsalz,
das beim Erkalten die Retorten nicht zerbricht. Reines Mangansuperoxyd
entwickelt bei dieser Behandlung 18 p.C., beim Glühen,
wobei es in Sesquioxyd übergeht, nur 12 p.C, Sauerstoff. Dennoch ist
die letztere Methode die wohlfeilere. De ville und Debray 5 ) berechnen
die Kosten derselben je nach dem Ursprung des Braunsteins, wie folgt:
Preis von
100 Kg Braunstein von kosten ^ c ^ m q
Romaneche
Spanien
Pyrenäen
Giessen
Italien
10 Frcs. 4'86 Frcs.
16 „ 3-45 „
18 „ 3'86 „
27 „ 4-87 „
40 „ *5-98 „
Der geringe Werth des zurückbleibenden eisenhaltigen und deshalb
für die Glasindustrie unbrauchbaren Sesquioxydes ist dabei nicht
berücksichtigt. Die Berechnung stammt aus der Zeit, als die Wiederbelebung
des Braunsteines ein ungelöstes Problem war. Schwankt
i) Debray und Bourgoin, Ber. Chem. Ges. 1870, 240. 2 ) Schwarz,
Breslauer Gewerbeblatt 1865, Nro. 7, Polyt. Centralbl. 1865, 12. 3 ) Münck,
Pohl’s Lehrt, d. Technol. Wien 1865, 186. 4 ) Wagn. Jahresber. 1866, 198.
5 ) Deville und Debray, Compt. rend. LI, 822, Dingl. pol. J. CLIX, 50, im
Auszuge Ann. Chem. Pharm. CXVII, 295.