Sauerstoff.
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somit der Preis des aus Braunstein gewonnenen Sauerstoffes zwischen
3-45 und 5'98 Frcs., so ist derselbe um mehr als die Hälfte wohlfeiler,
als der aus chlorsaurem Kalium gewonnene, für welchen nach Dupre )
die Herstellungskosten 10 Frcs. betragen. •
Als einer viel wohlfeileren Quelle wandten sich nun Deville und
Debray der Schwefelsäure zu, die bei hoher Temperatur in Wasser
Schwefligsäureanhydrid und Sauerstoff zerfällt*). Retorten von 5 1
Inhalt von schwer schmelzbarem Glas werden theilweise mit dünnem
Platinblech - oder auch mit Ziegelstücken — gefüllt und zur Roth-
gluth erhitzt, während Schwefelsäure in einem dünnen Strahl emfliesst.
Die entweichenden Gase werden durch Kühlvorrichtungen um Schwefel
säure zu condensiren, und durch Wasser geleitet, um das schweflig-
saure Gas zu entfernen. So wurden aus 2‘436 Kg Schwefelsäure vom
Yol-Gew P827 240 1 Sauerstoff erhalten, und der Preis auf einen
Franc pr. cbm festgestellt. Bei seiner Anwendung stellten sich die
Kosten der Schmelzung von 1 Kg Platin auf 20 bis 30 Centimes.
Nach einer Notiz vonMoigno 3 ) stellte die Firma Jose de Susini
& Co im Jahre 1867 zu Paris auf die beschriebene Weise Sauerstoff
zu dem Herstellungspreise von 0’85 Frcs. pr. cbm dar, indem sie die
schweflige Säure in Schwefelsäure zurückverwandelte.
Statt der Säure selbst schlugen Deville und Debray mich vor
Zinksulfat zu verwenden. 100 Kg des wasserfreien Salzes lieferten
ihnen 6'8 cbm Sauerstoff (also bei Weitem mehr als der beste Biaun-
stein), 22 Kg Schwefligsäuregas und 51 Kg Zinkoxyd.
Bemerkenswerth ist Wagner’s Angabe«), das 8 im Jahre 1867
beide Methoden in Deville’s Laboratorium selbst nicht zur Ausführung
gelangten, vielleicht weil die entstandene schweflige Säure ihre Ausführung
complicirt. ln der That ist auch die Industrie seither über dieselben hinaus
gegangen. Als Versuch dazu ist zunächst das Verfahren A r c h e r e au s ) zu
erwähnen, die Schwefelsäure in ihrer wohlfeilsten Verbindung, dem Gyps
zu verwenden. Er behauptete, durch Glühen des gepulverten Gypse
mit Sand Calciumsilicat zu erzeugen, während schweflige Sam > fre
werde, die er (wie auch Susini) unter einem Druck von 3 Atmosphäre
grösstentheils verdichtete und theilweise durch Kalkmüch entfernte.
Eine in Paris hierauf gegründete Industrie war lui von n
Stande *). Offenbar ist die erforderliche sehr hohe Tempera tu, ein
Hinderniss. Wohl die älteste aller Sauerstoffquellen, der Salpeter 6atte
bis dahin sich der Darstellung des Gases durch zwei Uebelstande e -
zogen. Einmal wird dabei viel Stickstoff beigemengt erhalten und
zweitens fällt die zur Zersetzung nöthige Temperatur für die Herstellu g
~i)~Dupr6, Compt. rend. LV, 736. ä ) Deville un * D 6 *
. ! i t nT TY eia iiYi Ansz Ann. Clioin.lPli&ini. GXVI1, •
rend. LI, 822, Dmgl. pol. J. CLIX, 50, im Ausz.Ami 5) Arche-
3) Moigno, Mondes 1867, p. 494. 4 ) Wagm.Jatiresüer 1867, 216^ ) Aren
reau, Dingl. pol. J. CLXXVIII, 57. 6 ) Wagn. Jaliresbei. 1867, 21o.