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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 16

Ammoniak und Ammoniaksalze. 
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schaft mehr und mehr eingebürgert. Dem Guano und allen fermen- 
tirenden Düngmitteln gegenüber besitzt dieses Salz den grossen \ orzug, 
dass das Ammoniak in demselben gebunden ist, und wenn auch in 
Folge dieses Umstandes die Wirkung desselben eine langsamere ist 
als die des Guanos, so erweist sie sich doch auch von entschieden 
grösserer Nachhaltigkeit 1 ). . . , 
Auch die Production von kaustischem Ammoniak hat sich ganz 
erheblich gesteigert. 
Grosse Mengen davon werden von der Car re sehen Eismaschine 
in Anspruch genommen, welche, obwohl immer noch mit mancherlei 
Mängeln behaftet, gleichwohl mit jedem Tage grössere Verbreitung 
findet 2 ). , , , 
Kaustisches Ammoniak findet ferner auch eine sich mehr und mehr 
steigernde Verwerthung in den tinctorialen Industrien. Die allerneueste 
Zeit hat endlich eine unerwartete Anwendung desselben für die In igo- 
bereitung auf Java gebracht. 
Nach dem alten Verfahren wurde bei der Darstellung des larb- 
stoffes aus den verschiedenen Indigofera-Arten der gährenden Masse 
Kalk zugesetzt. Ein belgischer Chemiker, J. Bayers in Djocjocarta 
auf Java, hat dort eine neue Bereitungsweise emgefuhrt, indem er der 
Flüssigkeit während der Gährung statt des Kalks Ammoniak hinzufugt 
und auf diese Weise einen reineren Farbstoff erzielen soll. 
Die erfolgreiche Wiederaufnahme der schon vor mehr als 30 Jahren 
versuchten Methode, durch Behandlung von Chlornatrium mit Ammo- 
niumcarbonat Soda zu erzeugen, hat der Darstellung von Ammoniak 
in den letzten Jahrzehnten ebenfalls bedeutenden Vorschub geleistet. 
Sollte, wie es fast den Anschein hat, der Ammoniak-Sodaprocess in 
grösserem Umfange zur Ausführung kommen, so würde dieser Umstand 
zur weiteren Entwickelung der Ammoniakindustrie sehr wesentlich 
Die Verdichtbarkeit des Ammoniaks und seine grosse Löslichkeit 
in Wasser haben zu dem Gedanken geführt, dasselbe als Bewegkraft 
für Maschinen zu verwenden. 
ii Man bat in neuerer Zeit mehrfach versucht, durch directe Auslaugung 
a „ i “, v.r,.«d«n (Raseneisensteiu » 
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zu Düngezwecken zu verwerten, indess haben diese Versuche ™ Folge des 
grossen^Bhodangehalts des so gewonnenen Sulfats und 
Einflusses auf das Pflanzenwachsthum zu keinem guns lg W 
(Brief! Mittheil, von Hrn. Dr. L. Darmstadter an den Heiausgebei.) 
2) Vergl. den Aufsatz von Dr. Meidinger, S. 74 dieses Berichts, 
s Nack Privatmittheilungen, welche dem Herausgeber von deutschen 
niumcarbonat in Folge seiner Anwendung für den Ammoniak - Sodaprocess 
bis jetzt kaum verspürt worden. [A. W. H,J
	        
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