198
Gruppe III. Chemische Industrie.
Die ersten, dieses Ziel anstrebenden Versuche, sind von Tellier
und Fl an drin x ) angestellt worden. Im Anschluss an diese Versuche
hat später Tellier das Ammoniak den mannigfaltigsten Verwenungen
in der Technik dienstbar zu machen gesucht, ohne jedoch zu
durchschlagenden Erfolgen zu gelangen, was theilweise wohl auch dem
Umstande zuzuschreiben sein mag, dass sich der Handelswerth des
Ammoniaks in den letzten Jahren so sehr gesteigert hat.
w Tel ]i er hat seine Vorschläge gesammelt und in einem besonderen
Werke: L ammoniaque dans Industrie, Paris, J. Rothschild 1867
niedergelegt. Auch Delaporte*) hat sich für Frankreich eine’
Ammoniakgasmaschine patentiren lassen 3 ).
Noch mögen hier schliesslich einige Vorschläge kurz erwähnt
betrefen We Che ^ DarStellung verschied ener Ammoniumverbindungen
Bekanntlich wird das Ammoniak nicht nur von Säuren, sondern
auch von vielen Salzen fixirt, welche in diesem Falle dem Ammoniak
gegenüber die Rolle einer Säure spielen. Diese Verbindungen über
welche zahlreiche Versuche von H. Rose, Persoz und Rammeisberg
vorliegen, entlassen das Ammoniak beim Erwärmen, eine Eigenschaft,
welche im Laboratorium vielfach für die Darstellung des verflüssigten
Ammoniaks verwertet worden ist. Neuerdings hat Knab D den
Vorschlag gemacht, derartige Salzverbindungen des Ammoniaks industriell
zu gewinnen, um das Gas in dieser Form zu magiziniren. Dieselben
würden alsdann nur gelinde erhitzt zu werden brauchen, um
alsbald einen Strom von trocknem Ammoniakgas zu liefern Chlorcalcium
könne auf diese Weise 50 p.C. seines Gewichtes an Ammoniak
aufnehmen, während starker Salmiakgeist nur 20 p.C. Ammoniak enthalte.
Lotete« Angabe ist jedenfalls ein Irrthum, da Wasser selbst
bei 15 mehr als 30 p.C. seines Gewichtes an Ammoniak aufzunehmen
im Stande ist.
Das für analytische Zwecke so vielfach verwendete Schwefelammonium
ist bisher fast nur durch Einleiten von Schwefelwasserstoff
in kaustisches Ammoniak bereitet worden. Fabrikmässig wird diese
Substanz von Spence 5 ) gewonnen, indem er Ammoniumsulfat oder
Compt.rend.LX, 59; Monit. scientif. 1865,
134, Dmgl pol. J. CLXXVI, 163, Deutsche Industriezeit. 1865, 126; Wagn.
Jo"! CLXXvil 423 ) 3? T elap0rte ’ <Mnieindu.tr. AofttlSM, 63;’ Ding!,
pol. J. CLXXVII, 423. 3) Lamm in New-Orleans soll (nach Engineer 1872
Jam-Heft) eine Ammoniakmaschine construirt haben, die für Strassen bahnen
in New-Orleans praktisch erprobt sein soll; die Hauptschwierigkeit bei derartigen
Motoren: der Ammoniakverlust, ist hierbei durch Anwendung von
Oelverschluss bei den Stopfbüchsen fast gehoben. 4) Knab ’L
1866 S 205 6 ’ ??■ 192; M eU n C w Industriezeit - 1866 • 178; Wagn. Jahresber!
äSi'r“'.. No, ' 1M6 ’ so,: Din K 1 -P° l -CLXsxin,