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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 16

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Gruppe  III.  Chemische  Industrie.
des  Conversionssalpeters  beruht  auf  der  Umsetzung  des  Natriumnitrats
mit  Kaliumchlorid  in  Kaliumnitrat  und  Natriumchlorid,  da  seit  der
Entdeckung  und  Ausbeutung  der  Kalisalzlager  in  Stassfurt  das  Chlorkalium ­
  die  billigste  Quelle  für  Kalisalze  geworden  ist,  und  ausserdem
die  Umsetzung  mit  diesem  Salze  am  vollständigsten  ist.
Anthon  U  hat  schon  im  Jahre  1858  ein  praktisches  Verfahren
zur  Darstellung  von  Kaliumnitrat  aus  Chilisalpeter  und  Chlorkalium
publicirt;  Kuhlmann 2 )  beleuchtete  im  Jahre  1859  diese  Fabrikationsmethode ­
  mit  besonderer  Berücksichtigung  für  französische  Verhältnisse,
und  Waltl 3 )  wollte  die  chlorkaliumhaltige  Mutterlauge  von  Soolen
oder  Seewasser  zur  Fabrikation  von  Salpeter  benutzen.
Eine  ausführliche  Beschreibung  der  im  Jahre  1866  in  England
gebräuchlichen  Fabrikationsmethode  von  Conversionssalpeter  ist  von
Lunge 4 )  veröffentlicht  worden.  Aequivalente  Mengen  von  Chilisalpeter
und  Stassfurter  Chlorkalium,  deren  Gehalt  vorher  durch  die  Analyse
festgestellt  ist,  werden  in  grossen  eisernen  Kesseln  in  Wasser  aufgelöst,
das  durch  directes  Einleiten  von  Dampf  zum  Sieden  erhitzt  wird.  Die
geklärten  Laugen  lässt  man  unter  Umrühren  erkalten,  wobei  sich  der
Kaliumsalpeter  als  feines  Krystallmehl  abscheidet,  das  in  hölzernen  mit
Blei  ausgeschlagenen  Trögen  zum  Abtropfen  gebracht  und  so  lange
mit  Wasser  gewaschen  wird,  bis  eine  Probe  mit  Silberlösung  geprüft
nur  noch  Vioo  p-  C.  Chlornatrium  enthält.  Nach  Beendigung  des  Waschens
wird  die  noch  anhängende  Lauge  in  Centrifugen  ausgeschleudert  und
der  Salpeter  auf  hölzernen  Tafeln  in  geheizten  Trockenstuben  völlig
getrocknet.  Die  Mutterlaugen,  auf  freiem  Feuer  eingedampft,  scheiden
den  grössten  Theil  des  Kochsalzes  ab,  welches  ausgefischt  wird,  und
geben  beim  Erkalten  eine  neue  Quantität  Salpetermehl.  In  einer  anderen ­
  Fabrik  stellt  man  zuerst  eine  Lösung  von  Chlorkalium  dar,  welche
1  200  bis  1  210  1  ol.-Gew.  zeigt,  löst  darin  die  äquivalente  Menge
Chilisalpeter  auf  und  dampft  auf  freiem  Feuer  ein;  das  sich  fortwährend ­
  ausscheidende  Kochsalz  wird  ausgekrückt  und  nach  dem  Abtropfen
so  lange  mit  Wasser  gewaschen,  bis  es  nur  noch  V 2  p.  C.  Salpeter  enthält, ­
  die  Waschwasser  gehen  in  die  Pfanne  zurück.  Wenn  die  Lauge
die  Concentration  von  1\500  Vol.-Gew.  erreicht  hat,  lässt  man  kurze
Zeit  absetzen,  wobei  das  niederfallende  Kochsalz  allen  Schmutz  mit  sich
zieht,  und  bringt  die  klare  Lauge  in  die  Krystallisationsgefässe.  Durch
gelegentliches  Umrühren  erreicht  man,  dass  die  Krystalle  so  fein  wie
Bittersalz  ausfallen;  die  Mutterlauge  wird  abgezogen  und  die  Krystalle
vollständig  abtropfen  gelassen,  alsdann  giesst  man  soviel  kaltes  Wasser
')  Anthon,  Dingt,  pol.  J.  CXLIX,  39;  Chem.  Central«.  1858,  569  ;
Wagn.  Jahresber.  1858,  154.  2 )  Kuhlmann,  Bull.  Soc.  d’Encour.  1859,
Septbr.,  567;  Wagn.  Jahresber.  1859,  182.  3 )  Waltl,  Polyt.  Central«.
1859,129;  Wagn.  Jahresber.  1859,  182.  *)  Lunge,  Dingl.  pol.  J.  CLXXXII,
385;  Wagn.  Jahresber.  1866,  223.
            
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