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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 16

6 Gruppe III. Chemische Industrie. 
kosten störend ins Gewicht. Den letzteren Umstand hat Webster 1 ) 
gehoben, indem er dem Salpeter Zinkoxyd zusetzte. 20 Pfd. Natron 
salpeter und 4 Pfd. rohes Zinkoxyd lieferten ihm 94'676 Cubikfuss 
eines Gemenges von 59 p.C. Sauerstoff und 41 p.C. Stickstoff, während 
vorwaltend Zinkoxyd und Aetznatron zurückbleibt. Die Kosten des 
in diesem für viele Zwecke nützlichen Gemenge enthaltenen Sauerstoffs 
betragen, ohne dass die Verwerthung des festen Rückstandes in Betracht 
gezogen wird 2 ) pr. cbm 2'32, bei Verwerthung des Rückstandes 0‘78 Frcs. 
Bei allen diesen Methoden ist eine der leitenden Ideen der modernen 
Industrie nicht zum Ausdruck gekommen, nämlich die Regeneration der 
Rückstände. Die folgenden Vorschläge sind darin glücklicher und darum 
theilweise auch erfolgreicher gewesen. Den Sauerstoff der Atmosphäre 
an einen Sauerstoffträger chemisch binden, der leicht das gebundene 
Gas wieder entlässt und immer wieder im Stande ist, neue Mengen von 
Sauerstoff aufzunehmen und abzugeben, wie es im Quecksilberoxyd das 
Quecksilber thut, das ist die Aufgabe, deren Lösung in den letzten 
Jahrengelungen ist. Schon 1829 fand Dingler d. j.*), das8 sowoh i 
Kupferoxyd wie die Superoxyde von Kobalt und Nickel mit überschüs 
sigem Chlorkalk Sauerstoffgas entwickeln und ihn dadurch in Chlor- 
calcium verwandeln. Im Jahre 1845 hat dann Mitscherlich «) ausge 
sprochen, dass auch verschiedene andere Metalloxyde: Mangansuperoxyd, 
Eisenoxydhydrat, Kupferoxyd u. s. w., zu einer Chlorkalklösung gesetzt,’ 
eine ^ reichliche Sauerstoffentwickelung verursachen. 1865 erneute 
Th Fleitmann 5 ) diese Beobachtungen in Bezug auf das frisch bereitete 
Kobaltsesquioxyd, von dem geringe Spuren genügen, um eine concentrirte 
Chlorkalklosung vollständig in Chlorcalcium und Sauerstoff zu zersetzen. 
Er empfahl zur praktischen Verwerthung eine möglichst concentrirte 
und um Schäumen zu vermeiden durch Filtriren oder Absetzen geklärte 
Chlorkalklösung mit 0'1 bis 0'5 p.C. ihres Gehaltes an Kobaltsesquioxyd 
auf 70 bis 80° zu erwärmen. Bei Anwendung von 35prooentigem 
Chlorkalk erhielt er das 25- bis 30fache Volumen der Lösung an Sauer- 
stoffgas in regelmässigem Strom; und andere Beobachter, unter Anderen 
F. Varrentrapp 6 ), bestätigten diese Resultate und empfahlen ihre 
industrielle Verwerthung. Das Kobaltsesquioxyd braucht nicht fertig 
gebildet zugesetzt zu werden. Irgend ein Kobaltsalz in Lösung leistet 
denselben Dienst, und das angewandte oder entstandene Sesquioxyd 
setzt sich leicht zu Boden und kann für neue Operationen immer wieder 
benutzt werden. 
Eben deshalb bietet ein wohlfeileres Oxyd, etwa Kupferoxyd, 
TV 1) ,^ epP ^’ Chemical News 1862 - 218 - 2 ) Dupre, Compt. rend. 
A ’/vrir . } ® mgL , poL J ' XXVI - 2S1 - 4 ) Mitscherlich, Pogg. 
Arm. L VIII, 471. 5 ) Fleitmann, Ann. Chem. Pharm. CXXXIV, 64. 6) Var- 
toV ra ? P ’ Mittheilun g eri f. d. Gewerbeverein des Herzogthums Braunschweig 
löDO—1866, 72. &
	        
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