Salpetersäure und ihre Salze. 205
auf, dass die Salpeterkrystalle damit bedeckt sind; nach 7 bis 8 Stunden
wird die Flüssigkeit wieder abgelassen und nach 12stundigem Abtropfen
frisches Wasser aufgegeben. Man wiederholt dieses Auswaschen so
oft, bis die gewünschte Reinheit erreicht ist, was meist schon nach dem
zweiten Auswaschen der Fall ist. , ... ,
Verfasser dieses sah im Jahre 1869 in einer schottischen Fabnk
die beschriebenen Methoden in der Weise modificirt, dass die trockenen
Salze, Kaliumchlorid und Natriumnitrat, in äquivalentemJerhaltniss
mit einer zur völligen Auflösung unzureichenden Menge Mutterlauge
erhitzt wurden. Die Operation geschah in einer Anzahl nicht se
grosser eiserner Cylinder, welche mit mechanischem Rührwerk versehen
waren und durch einen Dampfmantel erwärmt wurden Die sich reichlich
entwickelnden Wasserdämpfe zogen durch ein seitlich angebrachtes
Rohr nach dem Fabrikschornstein ab. Nach mehrstündigem Rühren,
wobei das verdampfte Wasser stets durch Mutterlaugen ersetzt wird,
ist die Umsetzung derart vollendet, dass die Flüssigkeit die ganze
Menge Kaliumnitrat gelöst enthält und das feste Salz aus feinen Chlo -
natriumkrystallen besteht. Aus der klar abgesetzten Sa peterlauge
scheidet sich durch gestörte Krystallisation Salpetermehl ab welches duich
Auswaschen von anhängendem Chlornatrium befreit wird; das Kochsalz
wird ebenfalls so lange gewaschen, bis es fast frei von Sa peter isfr
Die Mutterlaugen und Waschwasser werden bei der Behandlung
neuer Quantitäten von Chlorkalium und Chüisaipeter zugesetzt und
sollen dieselben bei vorsichtiger Arbeit sämmtlich aufgebraucht werde
k0Dn Andere Methoden zur fabrikmässigen Umwandlung des Chilisalpeters
in Kaliumnitrat sind jetzt wohl nirgends mehr im, Gebrauch in
älteres Verfahren benutzte die Kalisaize der Schlempekohle der Rüben
Zuckerfabriken. Der wässerige Auszug der Schlempekohle besteht vo
zugsweise aus Kaliumsulfat, Kaliumchlorid, Kaliumcarbonat und Natrium
carbonaf beim Eindampfen auf D38 Vol.-Gew. (40» B.) scheidet sich in
der Hitze das Kaliumsulfat und beim Erkalten der grösste Theil des
Kaliumchlorids aus; die von diesen Salzen getrennte Lauge wurde mit
Chilisalpeter versetzt und weiter eingedampft, wobei N^mcarbona^
mit mehr oder weniger Natriumchlorid vermischt ausfiel und ausg
fischt ward; aus der klar abgezogenen Mutterlauge krystallisirte der
Kaliumsalpeter beim Erkalten aus. Methode war län-Eine
andere von Landmann^) vorgeschlagene Methode^ war lan
gere Zeit in England im Gebrauch und wurde auch von C. Nollne )
zur Zeit des Krimkrieges in Billwerder bei
beruht auf der Umsetzung von kaustischem Kali und C p
Tx- i i t pyvtt 78 2 ) C. Nöllner, Polyt.
i) Landmann, Dmgl. pol. J. CX:Vii ’ ’
Notizbl. 1867, 370; Wagn. Jaliresber. 1868, 288.