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Gruppe III. Chemische Industrie.
kaustisches Natron und Kaliumsalpeter, der letztere krystallisirt aus
und die Mutterlauge wird durch Eindampfen auf kaustisches Natron
verarbeitet. Nach einer Angabe von G. A. Scherfi) soll man in
merika wegen des hohen Salzzolles und des hohen Preises der Salzsaure
das folgende etwas umständliche Verfahren zur gleichzeitigen
Darstellung von Kaliumsalpeter und Barytweiss an wenden. Chilisalpeter
wird durch Chlorbarium in Bariumnitrat und Chlornatrium umgesetzt,
Stassfurter Chlorkalmm durch Calc-'niren mit Schwefelsäure in Kaliumsulfat
und Salzsäure verwandelt und endlich das erhaltene Kaliumsulfat
mit dem Bariumnitrat in Kaliumsalpeter und Barytweiss übergeführt.
. , Noch ^t ein Vorschlag von Delafield 2 ) zu erwähnen zur gleichzeitigen
Fabrikation von Bleiweiss und Kaliumnitrat; nach demselben
soll eine kochende Lösung von Bleinitrat mit Kaliumcarbonat gefällt
werden, wobei ein Bleicarbonat von der Zusammensetzung und den
Eigenschaften des Bleiweisses niederfalle, während Kaliumsalpeter in
Losung bleibe, der durch Eindampfen gewonnen werden könne.
Bei der technischen Analyse des Kaliumnitrats bestimmt man gewöhnlich
das Chlor volumetrisch mit Silbernitrat und chromsaurem
Kalium als Indicator, die Schwefelsäure gewichtsanalytisch als Bariumsulfat,
das Kalium als Kaliumplatinchlorid, die unlöslichen Beimischungen
und das Wasser durch direct* Wägen. Aus diesen Daten berechnet
sich die Zusammensetzung. Eine specielle Probe ist noch auf Natriumnitrat
zu machen, die am besten nach dem Vorschlag von Nöllner 3 )
ausgeführt wird durch Anfeuchten einer nicht zu kleinen Menge der
Salpeterprobe mit wenig Wasser, Eindampfen der Lauge, Wiederbefeuchten
des Salzrückstands und Eindampfen der Lösung. Die ganze Menge
des leicht löslichen Natriumsalpeters lässt sich auf diese Weise in einem
sehr kleinen Quantum Flüssigkeit ausammeln, so dass man ihn leicht
durch seine rhomboedrische Krystallform und namentlich durch sein
verschiedenes optisches Verhalten unter dem Mikroskop mit Polarisationsapparat
erkennen kann. Will man auch die Salpetersäure bestimmen,
so gelingt dies für technische Zwecke am besten auf die Weise dass
man die Salpeterprobe mit Zucker, Graphit *) oder Oxalsäure'innig
mischt und nach Zusatz der vier- bis sechsfachen Menge Kochsalz glüht.
Die Schmelze wird mit Wasser ausgelaugt und das gebildete Carbonat
mit Normalschwefelsäure gemessen, woraus sich dann das Nitrat leicht
berechnen lasst. Man hat noch eine grosse Zahl anderer Methoden in
Vorschlag gebracht, die in geübten Händen auch genaue Resultate
*) G. A. Scherf, Wagn. Jahresber. 1866, 227. 2 ) Delafield Chem
News 1866, XIV, 178- Bull Soc chi'm iss« oao \sr t a. ’ ouem -
a\ n -KT-11 „ , ’ “• «m. 1866, 249; Wagn. Jahresber. 1866,223
) C. Nol ner, Polyt. Notizbl. 1867, 306; Dingl. pol. J. CLXXXVI, 333-Wagm
Jahresber. 1867, 241. 4) Abel und Bloxam, Chem. Soc. Qu. J.