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Salpetersäure und ihre Salze.
gefässe dahin abgeändert, dass sie zwei Krüge derart auf einander
setzen, dass der obere wie ein Trichter in die mittlere Oeffnung des
unteren eingepasst ist, die sich verdichtende Säure fliesst in das untere
Gefäss und von da durch einen eingekitteten Heber direct nach einem
grossen Sammelgefäss. Am -Ende des Condensationsapparates sind
dann noch mehrere mit Bimsteinstücken gefüllte Krüge auf einander
gestellt, in welchen durch einfliessendes Wasser die Untersalpeter
säure verdichtet wird.
Wenn man ungefähr gleiche Aequivalente Schwefelsäure und
Chilisalpeter anwendet, so wird, wie bereits bemerkt, das zurückbleibende
Natriumsulfat so dickflüssig, dass es nicht ausfliessen kann; die vordere
Grundfläche des Gusscylinders wird dann mit einer Gussplatte ge
schlossen, welche auf der inneren Seite durch eine Thonplatte geschützt
sein muss; zur Dichtung der Gussplatte nimmt man mit Pferdemist
angemachten plastischen Thon, da Eisenkitt zu fest wird. Auf den Boden
des Cylinders legt man vor der Beschickung einige Prismen von Gusseisen
mit scharfen Kanten, an welchen sich der erkaltete Kuchen von Nätrium-
sulfat bricht und so leicht in Stücken herausgezogen werden kann.
Anstatt der Cylinder haben manche Fabriken gusseiserne Tröge,
deren Seiten mit Sandsteinplatten oder Mauersteinen bekleidet und
die oben ebenfalls mit einer Sandsteinplatte oder einem doppelten
Gewölbe geschlossen sind; diese Form ist weniger zweckmässig, der
Aufwand an Brennmaterial ist grösser und die Apparate selbst werden
leichter von der Salpetersäure angefressen. Geeigneter noch ist ein
grosser Kessel von Gusseisen, der oben eine weite Oeffnung hat, durch
welche Chilisalpeter und Schwefelsäure eingebracht werden; diese
Oeffnung ist während des Feuerns mit einem Gussdeckel geschlossen,
und der Kessel- so eingemauert, dass er ringsum auch über dem Deckel
der Flamme ausgesetzt ist. Die Salpetersäure gelangt in die Conden-
sationsgefässe durch einen angegossenen Hals, welcher im Innern mittelst
eines Thonrohrs gegen die Wirkung der Säure geschützt ist. Das Sulfat
wird durch ein am Boden angegossenes Rohr abgelassen. Das flüs
sige Sulfat wird am besten in eiserne Kästen, die auf kleinen Wagen
stehen, abgezogen und sogleich weggefahren. Nach dem Erkalten wird
das Salz in Stücke gebrochen und durch Glühen mit Kochsalz auf
neutrales Natriumsulfat zur Sodafabrikation verarbeitet.
Die erhaltene Salpetersäure ist stets von Untersalpetersaure mehr
oder weniger gelb gefärbt und enthält eine dem Chlorgehalt des ange
wendeten Chilisalpeters entsprechende Menge Salzsäure, ausserdem häufig
noch kleine Mengen von Schwefelsäure, schwefelsaurem Natrium, Eisen
oxyd und Spuren von Jod. Zur Darstellung einer chemisch reinen
Salpetersäure destillirt man am besten das vierfache Hydrat der
Salpetersäure von P42 Vol.-Gew. (43» B.) aus Glasgefässen und fängt
die zuerst übergehende Flüssigkeit so lange für sich auf, als Silberlosung
Wiener Weltausstellung. III.