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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 16

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Heber die praktische Verwerthung des Stickoxydulgases. 
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Mundstücke, durch welche das Gas ohne Weheres hindurch strömt und 
complicirtere, welche das gleichzeitige Eintreten von Luft gestatten 
ferner eigens construirte Gasometer, um die nothige Quanthat Gas 
aufzunehmen. Alle diese Apparate finden sich bei Ash & son in 
8 '“ W«TAp P lio.»i.n de. Ga... b.«t, » «gUb. » - 
Sicherheit, dass dieNarcose nur in solchen Fallen benutzt ^ el e “ “hn’ 
in welchen es sich um eine kurze Schmerzsthlung handelt. Für Zahm 
Operationen ist deshalb das Gas ganz besonders geeignet. Scho 
weniger empfiehlt es sich, bei grösseren Operationen in der Mundhohl 
dieses Anästheticum zu verwerthen. Bei geschickter Anwendung 
gelingt es, das Stadium der Excitation sehr zu vermindern oder 
über dasselbe vollkommen hinweg zu kommen. Ein se r giosse 
Yortheil vor den übrigen Anästheticis liegt dann, « ß - 
bewegungen bei dem ersten Einathmen fast niemals emtiet 
werdem Vh ist eine Einwirkung auf die Herzthütigkeh kaum zu 
beobachten und nach dem Zutretenlassen der Luft ist dieN«™ 
bei dem Patienten schnell vorüber und das Allgemeinbefinden ein 
vollkommen normales. Man hat auch versucht, mit Gem ^ eU V ° 
Stickstoffoxydul und anderen Narcoticis zu openren; 80 ! 
Sauer (s. Vierteljahrsch. für Zkhnheilkunde IV. Heft, 1869) Versu 
mit Chloroform und Stickstoffoxydul gemacht wciicieii. Ei ne le hrreick 
Abhandlung über die alleinige Anwendung des Stickstoffoxydulga 
für Zahnärzte ist von Dr. Carl Grohnwald veroffimthchtimi • 
Obgleich die praktische Verwerthung zweckmassig befunden ist 
liefen für die wissenschaftliche Erklärung der Wirkung nur wenige und 
ungenügende Thatsachen vor. Es scheint, dass das Stickstoffoxydul seinen 
Sauerstoff nicht für die Verbrennung abgiebt, auch geht es> eine 
Verbindung mit den rothen Blutkörperchen nicht ein da die Absorp 
r ung . Rlll+ nm i Wasser wie Nawrocki nachgewiesen 
tionsverhältnisse für Blut und Wasser, wie . d 
hat, fast dieselben sind. Es tritt bei der Emathinung Dyspn e und 
Asphyxie gerade so wie bei der Inspiration anderer 
Gase ein das Gefühl der Dyspnoe wird aber durch die Eigen 
thümlichkeit des Rausches unterdrückt. So müssen wir unsbegnügen, 
die Erklärung für die Wirkung des Gases dann z\ ’ 
Function der gangliösen Apparate des Gehirns durch dasselbe aufge- 
hln wird. Eine direcfe Einwirkung auf die nervösen Organe 
des Herzens ist bis jetzt nicht constatirt worden. So g^^auch dies 
wissenschaftlichen Daten sind, so geben sie für die Anwen g 
gewichtige Fingerzeige an die Hand, welche mit den praktischen Er 
fahrungen übereinstimmen; erstens darf das_ Gas nicht lange Zeit 
hinter einander eingeathmet werden, zweitens ist es zweckmassig, dem 
i) Gröhnwald, Das Stickstoffoxydulgas als Anästheticum. Berlin 1871.
	        
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