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Gruppe III. Chemische Industrie.
selben mindestens 1/10 Volum atmosphärische Luft beizumengen; je
länger man die Narcose braucht, desto mehr Luft muss zugelassen
werden; jedoch darf die Quantität nicht über l/ 4 Volum betragen.
Ausserdem ist es von Wichtigkeit, besonders auf die Athmung der
Patienten zu achten. Dass auch bei dieser Inhalationsmethode unglück
liche Ausgänge stattfinden, ist nicht zu verwundern, da durch bisher
nicht erklärte Zufälligkeiten die Anwendung fast jeden Anästheticums
ihre Opfer gefordert hat. Die angegebenen statistischen Zahlen
sprechen aber für die relative Unschädlichkeit.
Es lässt sich jedoch nicht verkennen, dass die Umständlichkeit des
Einathmens auffordert, nach anderen heuen Substanzen zu suchen,
welche für die zahnärztliche Anwendung zweckmässig sind; so hat der
\erf. das Aethylidenchlorid, das nach den Angaben Hofmann’s bei der
Chloralbildung aus Alkohol als Nebenproduct sich reichlich bildet, als
Inhalationsanästheticum für kurze und lange Operationen mit Nutzen
angewendet; und es ist dasselbe durch eine lange Reihe von Erfahrungen
von C. Sauer in Berlin auch bei Zahnoperationen als praktisch er
probt worden.
Die Verbindungen des KohlensticR&toffs, des Cyans sind in dem
Aufsätze: Kohlenstoff und Kohlenstoffverbindungen erörtert.