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Phosphor und Zündwaaren.
dauern, dass dieselbe diesen Industriezweig aufgegeben hat, zumal das
Maximum der Erzeugung bereits 817 1 / 2 Ctr. (im Jahre 1863) und
sonst im Durchschnitt 400 Ctr. betrug. Bei der besseren Ausnützung
der Knochen, wie sie gegenwärtig möglich ist, und bei zeitgemässer
Verbesserung in der Darstellung müsste eine Fabrik, die über wohlfeile
Rohmaterialien (Schwefelsäure, feuerfesten Thon und Kohlen) verfügt,
jedenfalls Phosphor mit Vortheil produciren können.
Die Verwendungen des Phosphors sind so überaus mannichfach,
dass es kaum möglich ist, dieselben hier alle aufzuzählen. Als solcher
wird er in der bei Weitem grössten Menge zur Anfertigung von Zündwaaren
gebraucht. Es ist aber schwer, von dem Umfange dieser Verwerthung
eine richtige Vorstellung zu gewinnen. Legt man die französischen
von der Compagnie generale des allumettes chimiques der
Jury gemachten Angaben, nach welchen in Frankreich 360 Tonnen Phosphor
verbraucht werden, zu Grunde, und nimmt man an, dass im übrigen
Europa nur die doppelte Menge zu demselben Zwecke verarbeitet wird,
so ergiebt sich, dass für die Erzeugung der Zündhölzchen das bedeutende
Quantum von 1080 Tonnen, d. i. 1 080 000 Kg Phosphor, nothwendig
ist. Diese Rechnung kann aber nur als eine annähernde betrachtet
werden. Auch gelingt es nicht, dieselbe durch die Menge der
jährlich erzeugten Zündhölzchen oder der für dieselben nothigen Zundmasse
zu controliren, da man weder über den ersten, noch viel weniger
über den zweiten dieser Factoren unterrichtet ist. Hinsichtlich des
letzteren zumal, nämlich der Menge der erforderlichen Zündmasse
schwanken die Angaben zwischen weiten Grenzen, ist ja doch auch
ihre Zusammensetzung eine äusserst wechselnde, insofern der Phosphorgehalt
derselben von 6 bis zu 40 p. C. steigen kann. So genügen
nach einer Mittheilung von Hrn. Hochstätter in Langen 15 g Zündmasse
mit einem Gehalt von 7 p. C. Phosphor für 1000 Hölzchen,
während nach Hrn. Pollak von einer Masse von nahezu gleichem
Phosphorgehalt 31g hierzu nothwendig sind. Bei der verschiedenen
Beschaffenheit der Hölzchen und der ungleichen Grösse der Köpfchen
erscheint übrigens diese Abweichung begreiflich. Da zu dem oben
berechneten Quantum von 1080 Tonnen gewöhnlichen Phosphors noch
der amorphe, welcher gegenwärtig zu den schwedischen Sicherheitszündern
in nicht unbeträchtlicher Menge verbraucht wird, sowie auch
noch der zu anderen Zwecken dienende hinzuzufügen ist, so durfte
sich die gesammte jährlich erforderliche Phosphormenge auf 1100
Tonnen erheben, zu deren Erzeugung 15 000 Tonnen Knochen erforderlich
sind, wenn, wie angegeben wird, 8 p. C. Phosphor aus den
Knochen gewonnen wird. .... tt
Von allen Anwendungen des Phosphors ist diejenige zur Herstellung
von Zündwaaren bei Weitem die wichtigste und es wird sich
daher empfehlen, zunächst einen Blick auf die