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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 16

Phosphor und Ziindwaaren. 235 
Die Bemühungen Zündhölzchen ganz ohne Phosphor herzustellen 
dauern seit den Arbeiten von Wiederhold 1 ), die von bleibendem 
Werthe und als die Grundlage aller späteren Bemühungen in dieser 
Richtung zu betrachten sind, ununterbrochen fort, es ist aber nach 
der Meinung Vieler noch immer nicht gelungen sie so zu verbessern 
dass sie denen mit Phosphor gleichgestellt werden können. Sie sind 
immer noch zu schwer entzündlich, verbreiten einen unangenehmen 
Geruch und stehen auch im Preise den anderen nicht nach. Die in 
neuester Zeit von G. Kalliwoda*) bereits fabrikmässig erzeugten 
phosphorfreien Zündhölzchen sollen aber alle diese Mangel gar nicht 
oder doch nur in weit geringerem Grade besitzen. Diese wlc ’V® 
Aufgabe wäre somit als gelöst zu betrachten, wenn eine längere Er 
fahrung die obigen günstigen Angaben bestätigt. 
Nach C. Liebig soll man eine gute phosphorfreie Zundmasse 
nach folgender Vorschrift erhalten: 
Schwefelantimon 
Kaliumchlorat . 
Mennige . ,. • 
Kaliumbichromat 
Nitromannit . . 
Glas .... 
Arabisches Gummi 
Näheres ist über den Werth dieser Masse nicht bekannt, keines 
falls wird sie billig zu stehen kommen, auch dürfte ihre Bereitung 
nicht gefahrlos sein. , ,. 
Zu den phosphorfreien Zündmassen gehört wohl auch die von 
Fleck in Vorschlag gebrachte, welche in Paraffin fein vertheiltes 
Natrium als zündenden Körper enthält. 
So sinnreich die eingeschlagenen Wege sind, um den der Verwen 
dung so ungünstigen Eigenschaften des Natriums entgegen zu wirken 
so wird wohl dieser Vorschlag niemals zur Ausführung kommen, zumal 
man bereits Zündmittel besitzt, die in der That kaum mehr etwas zu 
wünschen übrig lassen. - n • u j- 
Nur bei Sprengladungen unter Wasser könnte vielleicht die 
Fleck’sche Masse in Betrachtung kommen, aber auch da wurde die 
Selbstzersetzung, welche bei derselben mit der Zeit eiiitritt, e “ Windei- 
niss für die Anwendung sein. E. Kopp hat bereits auf die Nachtheile 
dieser Masse aufmerksam gemacht 3), und Springmühl, der dieselbe 
näher untersuchte, sowie auch Jettei sprechen diesem Zundpraparate 
jeden praktischen Werth ab. 
8 Thle. 
16 „ 
10 „ 
1 „ 
8 „ 
4 „ 
5 „ 
i) Wieder hold, Jahresher. 
Deutsche lndustrieztg. 1871, 17. 
f. Technol. 1861, 622. 2 ) Kalliwoda, 
3) Kopp, Monit. scientif. 1870, 74,
	        
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