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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 16

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Gruppe III. Chemische Industrie. 
Diamant sowohl wie gewöhnliche Kohle verwandeln sich in Graphit, 
wenn sie durch den elektrischen Strom ins Glühen gerathen. Die Tem 
peratur, welche der Strom einer galvanischen Batterie von 500 bis 600 
Elementen, wie sie dazu erforderlich ist,hervorbringt, ist so hoch, dass 
der Kohlenstoff erweicht, ja sogar sich verflüchtigt. 
Auch durch Zersetzung von Schwefelkohlenstoff bei hoher Tempe 
ratur erhält man reichliche Mengen von Graphit. 
Die Leichtigkeit, mit welcher amorphe Kohle vermittelst Roheisens, 
in Graphit zu verwandeln ist, hat die Veranlassung zu manchen Ver 
suchen gegeben, noch einen Schritt weiter zu gehen und den Graphit 
in Diamant überzuführen. Bis jetzt sind diese Versuche fruchtlos ge 
wesen, und wenn sich die Ansicht bewahrheiten sollte, dass der Diamant 
das Product der langsamen Zersetzung von Pflanzenstoffen ist, so dürfte 
überhaupt ein Weg vom Graphit zum Diamanten nicht zu bahnen sein, j 
Die natürlichen Graphite, welche den weitaus grössten Theil des 
der Graphitindustrie zu Gebote stehenden Materials ausmachen, sind 
immer mehr oder weniger verunreinigt. Ein Bild der Vertheilung der 
fremden Beimischungen giebt die nachfolgende Tabelle von Analysen, 
welche Hr. Ch. Mene ■) ausgeführt hat. 
Mu- 
g r§ Passau 
pq 
Fundort 
grau 
Vol.-Gewicht 
2'3455 2-3032 2'1197 2'3501 2U759 2G759 
Flüchtige Bestandtheile 
Kohlenstoff 
Asche 
1-10 7-30 4-10 5-10 1-05 0'72 
91'55 81-08 91-05 79’40 88'05 94‘03 
7-35 11-62 4-85 15’50 10'90 5'25 
0-525 0-537 0'618 
0-283 0-356 0'285 
0-285 0-247 
0-063 0.100 
0-015 0-008 
0-012 0-022 O'OIO 
Anfangs wurde der natürliche Graphit bei seiner Hauptverwendung, 
der Bleistiftfabrikation, direct verarbeitet. Dies ging an, wo der Gra 
phit, wie in den berühmten Cumberland’schen Gruben, in derber, dicht 
körniger Form vorkam und in Stücken, welche gross genug waren, um 
ohne Weiteres Bleistifte daraus zu schneiden. Weit häufiger kommt aber 
*) M6ne, Compt. rend. LXXV. 104; Wagn. Jahresher. 1867, 222.
	        
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