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Gruppe III. Chemische Industrie.
wickehing von chloriger Säure eintritt. Sobald die Gasentwickelung
aufhört, lässt man erkalten, die Masse wird in Wasser geworfen und
durch Decantation ausgewaschen. Sodann wird sie getrocknet und in
einem Ofen zur Rothgluth erhitzt; sie schwillt, wie oben beschrieben,
auf und desaggregirt sich vollkommen. Das entstandene lockere Pulver
braucht jetzt nur noch mit Wasser behandelt zu werden; das lockere
Graphitpulver schwimmt an der Oberfläche, von der es abgeschöpft
wird, während Kieselsäure, Eisenoxyd und andere Unreinigkeiten zu
Boden sinken. Wendet man als Rohmaterial nicht die blätterige, son
dern die derbe Varietät an, so geht die Auslaugung nicht mit gleicher
Leichtigkeit von Statten. In diesem Falle wird zur vollkommenen
Reinigung, sobald bei der Erwärmung mit dem Oxydationsgemisch die
Gasentwickelung von chloriger Säure nachgelassen hat, etwas Fluor
natrium hinzugefügt. Die durch Einwirkung der Schwefelsäure dar
auf entstehende Fluorwasserstoffsäure greift sofort die Kieselsäure an
und entfernt in I orm von Fluorsiliciumgas diese Unreinigkeit. So
behandelter Graphit ist absolut rein.
Es sind noch andere Vorschläge zur Reinigung des Graphits ge
macht worden. Hr. A. Winkler 1 ) sucht den Graphit zu reinigen,
indem er denselben fein gepulvert mit der gleichen oder doppelten Ge
wichtsmenge eines Gemisches von Soda und Schwefel zu gleichen Thei-
len glüht, die Masse nach dem Erkalten mit Wasser auskocht Y aus
wäscht und den Rückstand mit verdünnter Salzsäure behandelt. Er
will aus den schlechtesten Graphitsorten vollkommen reiue Producte
erhalten haben.
Hr. Schlöffel' 2 ) reinigt den Graphit durch Behandeln mit Salz
säure, Aetznatron, Glühen mit Soda und Waschen mit heissem Wasser.
Die Verwendung des Graphits ist eine mannichfaltige. Schon
seit geraumer Zeit ist er das Material'zur Bleistiftfabrikation. Dieser
Verwendung hat er auch seinen Namen zu verdanken (yQoxpsi-v, schrei
ben). Im Mittelalter bedienten sich die Künstler zum Zeichnen der
Kreide, des Röthels, ferner einer Legirung von Zinn und Blei. Die
mit letzterer hergestellten Zeichnungen sind die sogenannten „Zeich
nungen in Silberstift“. Die Ausbeutung der Cumberland’schen Gra
phitminen führte zu der Herstellung von Graphitbleistiften, und dieser
Industriezweig hat sicherlich auf die Entwickelung der Kunst keinen
unwichtigen Einfluss ausgeübt. Die ehemals so berühmten englischen
Bleistifte wurden direct aus geeigneten Graphitblöcken geschnitten.
Dann versuchte man die losen Graphitmassen in der Weise zu verwer-
then, dass man das feine Pulver derselben mit verschiedenen Klebe-
*) A. Winkler, Wagn. Jahresber. 1866, 200; Journ. f. prakt. Chem.
XCVIII, 344. 2 ) Schlöffel, Zeitschr. d. k. k. geolog. Reichsanstalt 1866,
126 ; Wagn. Jahresber. 1866, 200.