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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 16

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Gruppe  III.  Chemische  Industrie.
Die  Absorptionscoefficienten  beider  Gase  sind  0'025  für  N  und
0'046  für  0.  Multiplicirt  mit  ihrem  Volumverhältniss  in  der  Atmosphäre ­
  0'79  \(N)  und  0'21  (0)  ergeben  diese  Zahlen  die  Volum  Verhältnisse ­
  beiderGase  imWasser  =  0'0197N  undO'0097  0:  oder  die  im
Wasser  absorbirte  Luft  enthält  in  einem  Volumen  0'67  N  und  0'33  0.  Lässt
man  mm  den  nicht  absorbirten  Stickstoff  entweichen  und  das  absorbirte
sauerstoffreichere  Gasgemenge  aus  dem  Wasser  austreten  und  noch
einmal  zur  Absorption  gelangen,  so  ergiebt  die  Multiplication  der
beiden  Absorptionscoefficienten  mit  dem  Volumverhältniss  0'67  N:
0'33  0,  dass  das  jetzt  aufgenommene  Gasgemenge  die  Zusammensetzung
0'525  N  :  0'475  0  haben  muss;  eine  dritte  Absorption  erhöht  dasselbe
auf  0'375N  :0'625  0,  eine  vierte  auf  0'25  N:  0'75  0;  eine  fünfte  auf
0’15  N:  0'85  0,  also  auf  das  Verhältniss,  welches  beide  Gase  in  dem
Tessie  du  Motay’schen  sauerstoffreichen  Gase  zu  haben  pflegen-Nach
  der  achten  Absorption  ist  das  aufgenommene  Gas  fast  reiner
Sauerstoff  (0‘973  0  und  0'027  N).
Mallet’s  Apparat  besteht  nun  aus  einer  grösseren  oder  kleineren
Anzahl  von  starken  eisernen  Wasserbehältern,  welche  durch  Druck-  und
Säugpumpen  miteinander  in  Verbindung  stehen.  In  das  erste  wirdLuft
durch  feine  Oeffnungen  mit  etwa  fünf  Atmosphären  Druck  eingepumpt.
Darauf  wird  der  nicht  absorbirte  Stickstoff  durch  Oeffnen  eines  Ventils
entfernt,  und  nun  durch  die  zweite  Saug-  und  Druckpumpe  das  absorbirte
Gas  aus  dem  ersten  Gefäss  ausgesogen  und  in  das  zweite  eingepresst.
Bei  vier  Gefässen  dauert  eine  vollständige  Operation  fünf  Minuten.
Wenn  die  Gefässe  in  abnehmender  Grösse  das  erste  10,  das  letzte  5  cbm
Inhalt  haben,  ergiebt  sich  bei  fortlaufendem  Betriebe  das  Resultat  von
7760  1  eines  75  procentigen  Sauerstoffgemenges  pr.  Stunde,  oder  von
168  cbm  in  24  Stunden.  Betriebs-  und  Unterhaltungskosten  sollen
gering,  die  Beaufsichtigungskosten  des  automatisch  wirkenden  Apparats
ebenfalls  unerheblich  sein.  Da  wo  Betriebskraft  wohlfeil  zu  haben  ist,
wie  Wasserkraft  oder  die  verlorene  Hitze  metallurgischer  Processe,
möchte  diese  Methode  deshalb  Aussicht  auf  Anwendung  haben,  zumal
zum  Vortheil  metallurgischer  Processe  selbst,  welchen  schon  mit  einem
sauerstoffärmeren  Gemenge  gedient  wäre.
Fassen  wir  zusammen,  was  diese  Uebersicht  der  industriellen  Darstellungsmethoden ­
  des  Sauerstoffs  an  ökonomischen  Resultaten  ergiebt:
so  steht  Tessie  du  Motay’s  Verfahren  als  viel  geprüft  und  bewährt
in  erster  Linie  ,  in  zweiter  Linie  die  eben  beschriebene  mechanische
Methode  Mallet’s,  welcher  es  an  praktischer  Bewährung  bisher  noch
gefehlt  hat.
Wir  kommen  endlich  zu  der  Frage,  welchen  Anwendungen  bisher
der  Sauerstoff  gedient  hat.  Als  Unterhalter  der  Verbrennung  verdanken
wir  ihm  Wärme  und  Licht,  als  Respirationsmittel  bedingt  er  unser
Leben.
            
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