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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 16

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Die Scliwefelkohlenstofi'industrie. 
befindliche Quantum Schwefelkohlenstoff, das höchstens 10 000 Kg be 
trägt, aufnehmen kann, 2)3)4)5) vier Gefässen von ähnlicher Form 
und zusammen von dem Inhalte des Reservoirs 1), 6)7) zwei Destillir- 
gefässen, jedes mit einer Kühlschlange, 8) einer Luftpumpe, 9) 10) 
11)12)13)14) sechs Extractionsgefässen (aufrechtstehenden Cylindern). 
Ein Gasometer ist nicht vorhanden. 
Sämmtliche Gefässe sind von Eisenblech dicht genietet und luft 
dicht verschlossen. Die Extractionsgefässe sind l’l m hoch, 0‘7 m 
weit und fassen jedes 250 Kg gequetschte Saat in festgestampftem 
Zustande. 
Die Extractionsgefässe werden, abweichend von denen anderer 
Fabriken, in der Weise entleert, dass der untere Siebboden an einer 
daran befindlichen Stange mit Hilfe einer fahrbaren Winde mit dem 
ganzen Inhalte gehoben wird. Diese Entleerungsmethode ist weitaus 
die schnellste und bequemste, die Operation dauert nur zwei Minuten. 
Ausserdem sind die Extractionsgefässe dadurch bemerkenswert]!, dass 
der Deckel durch nur Eine Schraube aufgedrückt wird (und doch luft 
dicht schliesst), wodurch es möglich wird, in weniger als einer Minute 
den Deckel zu öffnen und zu schliessen. 
Alle Gefässe sind durch Hähne und feste Röhren unter einander 
verbunden. Die Extractionsgefässe, die Destillirgefässe und die 
Kühlschlangen stehen zu ebener Erde, drei der kleineren Reservoire 
liegen etwa 1 m tiefer, das vierte 3 m höher. Das grosse Reservoir 
liegt tiefer als die drei kleineren. Die Bewegung der Flüssigkeiten 
wird durch die Luftpumpe vermittelt, indem jedes Gefäss mit der 
Saug- und der Druckseite derselben verbunden werden kann. 
Der Gang der Arbeit ist nun folgender: 
Beim Beginn ist aller Schwefelkohlenstoff im grossen Reservoir (1). 
Nachdem die Extractionsgefässe (9, *10, 11, 12, 13, 14) mit Saat gefüllt 
sind, wird die Luft aus dem hochliegenden Reservoir (2) in das grosse 
Reservoir (1) gepumpt, so dass bei geöffnetem Hahn sich das obere (2) 
mit Schwefelkohlenstoff füllt. Alsdann wird die Luft aus den ersten 
vier Extractionsgefässen (9, 10, 11, 12) und dem ersten (3) der drei 
kleinen unteren Reservoire in das grosse (1) und das obere (2) gepumpt; 
man lässt den Schwefelkohlenstoff aus dem oberen (2) in das erste 
Extractionsgefäss (9) am Boden eintreten und wenn dies voll ist über- 
fliessen nach dem Boden des zweiten (10), das zweite (10) überfliessen 
* nach dem Boden des dritten (11), das dritte (11) überfliessen nach dem 
Boden des vierten (12) und das vierte (12) endlich überfliessen nach dem 
ersten kleinen unteren Reservoir (3). Ehe dieses Ueberfliessen nach dem 
Reservoir (3) stattfindet, ist aber das obere kleine Reservoir (2) leer 
geworden und muss, wie beim Beginn der Arbeit, aus dem grossen (1) 
gefüllt werden. Ist dieses geschehen, so lässt man den Schwefelkohlen 
stoff auf dem beschriebenen Wege weiter fliessen, 'bis eine aus dem 
Wiener Weltausstellung. III. 18
	        
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