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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 16

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Die Schwefelkohlenstoffindustrie. 
Aufsätze von Hädicke 1 ) und von Fischer 2 ) und endlich noch jüngst 
ein Bericht von H..Schwarz 3 ) über den Extractionsapparat von van 
Häckt, welcher in Molenbeck-St. Jean bei Brüssel arbeitet und von 
dem ein Modell in Wien ausgestellt war. Ueber die harzartigen Sub 
stanzen und Metallverbindungen, welche der Schwefelkohlenstoff neben 
den Fettkörpern aus den Samen aufnimmt, und über die Entfernung 
dieser Substanzen aus dem Gele haben Gi seke 4 ) in Fiume und Ri c ht er ) 
und früher schon R. Wagner in der Würzburger Wochen 
schrift 6 ) Mittheilungen gemacht. 
Als nach Eröffnung der Petroleumquellen in Amerika das grosse 
Quantum der darin enthaltenen leichtflüchtigen Körper eine Verwendung 
suchte, lag es nahe, denselben statt des Schwefelkohlenstoffs zum Lx- 
trahiren zu verwerthen. Ein solches V erfahren ist in Frankreich von 
Richardson, Irvine und Lundy 7 ) patentirt worden. Verfasser selbst 
hat von 1864 bis 1866 mit solchen Körpern in seiner Fabrik in Mel 
sungen Wollabfälle extrahirt und dabei die Erfahrung gemacht, dass 
das Lösungsvermögen derselben tür unverändertes Fett nicht nur sehr 
viel geringer ist, als das des Schwefelkohlenstoffs; sondern dass manche 
Arten Abfälle, namentlich solche, welche feucht gelegen hatten oder 
sehr alt waren, klebriges Fett enthielten, die aber mit Schwefelkohlen 
stoff noch recht gut zu reinigen waren, sich nicht bearbeiten Ressen. 
Der Verfasser ist deshalb wieder zum Schwefelkohlenstoff zurückgekehlt. 
Vohl 8 ), ein anderes Ziel als der Verfasser verfolgend, nämlich die 
Gewinnung einer möglichst reinen 1 ettsubstanz aus den Samen, hält 
dagegen die Anwendung des leicht flüchtigen Petroleumkörpers, den er 
mit dem Namen „Canadol“ bezeichnet, gerade weil derselbe keine Harze 
löst, für ganz besonders zweckmässig und hat denselben zumal auch für 
die Extraction von Cacaobohnen empfohlen 9 ). In der That hat sich auch 
Hirzel 10 ) um dieselbe Zeit die Anwendung der leichtflüchtigen Petrolenm- 
körper für die Zwecke der Fettextraction in verschiedenen Ländern paten- 
tiren lassen und auch noch während des letzten Jahres haben sich einer 
seits J.de Hall u ) und andererseits J e an 1S ) für die Verwendung dieses 
Körpers zum Extrahiren der rohen Wolle ausgesprochen. Die An 
sichten über die Vortheile des Kohlenwasserstoffs dem Schwefelkohlen 
stoff gegenüber werden indessen keineswegs allgemein getheilt, und es 
1) Hädicke, Dingl. pol. J. CCI, 427. 2 ) Fischer, Dingl. pol. J 
CCV 274 3 ) Schwarz, Wiener offlcieller Ausstellungsber. Fettwaaren 
«) Giseke, Wagn. Jaliresber. 1865, 558. °) Richter, Jacobsen’s Repertor 
1866 I 22. 6 ) Würzburger Wochenschrift 1864, 292; Wagn 
Jaliresber. 1864, 489. 7) Richardson, Irvine u. Lundy, Gän indust 
Aug. 1864, 109. 8 ) Vohl, Dingl. pol. J. OLXXXII, 319. 9 ) Vohl, Dingl 
pol. J. CCI, 165, 171 
1867, II, 277. n ) de H 
Monit. de la Teint. 1873, XVII, 142 
, lll, Dingl. pol. J. Ol C7. , ' r 
10) Hirzel, Hirzel u. Gretschel’s Jalirb. d. Erfind 
Hall, Deutsche Industriez. 1873, 35. u ) Jean, 
13*
	        
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