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Gruppe III. Chemische Industrie.
haben sich zumal Richter *) und auch Kurtz 2 ) sehr bestimmt gegen
Vohl ausgesprochen. Ausser Petroleum sind auch noch andere flüchtige
Substanzen statt des Schwefelkohlenstoffs als Extractionsmittel
vorgeschlagen worden. So hat unter Anderen Richter Fuselöl als
solches empfohlen und sich die Anwendung desselben zur Entfettung
der Wolle in Preussen patentiren lassen. Ueber die Vortheile und
Nachtheile dieses Verfahrens haben Jacobsen 3 ) und Rühlmann 4 )
ihre Ansichten ausgetauscht. Auf ein Verfahren, Wolle und andere
Stoffe mit Aether zu extrahiren, hat Verfasser am 3. Dec. 1874 in
Preussen ein Patent erhalten.
Schliesslich sei hier noch einiger Vorschläge zu weiteren Anwendungen
des Schwefelkohlenstoffs erwähnt, welche bis jetzt zu erheblichen
Ergebnissen nicht geführt haben.
Schon oben ist der Versuche Seyfferth’s gedacht worden, eine
Schwefelkohlenstoff-Dampfmaschine zu construiren; diese Versuche sind
neuerdings in Amerika von Ellis 5 ) und Anderen wieder aufgenommen
worden und nach den Berichten amerikanischer Zeitungen 6 ) von einem
gewissen Erfolge gekrönt gewesen.
Wegen seiner giftigen Eigenschaften wird der Schwefelkohlenstoff
zur Vertilgung der Ratten von Cloez 7 ), der Motten von Varrentrapp 8 )
empfohlen.
Die übrigen Vorschläge, welche man zur Anwendung des Schwefelkohlenstoffs
gemacht hat, gründen sich fast alle auf seine Eigenschaften
als Lösungsmittel. Eine eingehende Untersuchung dieser Eigenschaften
ist von Gore 9 ) veröffentlicht worden. — H. Schwarz 10 ) macht darauf
aufmerksam, dass der Schwefelkohlenstoff Kaliumcyanid auflöst, während
Kaliumcyanat und Kaliumcarbonat in demselben unlöslich sind, dass
man daher aus dem nach dem Liebig’schen Verfahren dargestellten Salze
mittelst Schwefelkohlenstoff mit Leichtigkeit reines Kaliumeyanid erhalten
kann. — Bolley 11 ) empfiehlt eine Lösung von Kautschuk in
Schwefelkohlenstoff als einen trefflichen Firniss für Landkarten, Etiquetten
und dergleichen. In ähnlicher Weise hat man eine Lösung
von Wachs in Schwefelkohlenstoff bei der Fabrikation des Wachspapiers
mit Nutzen verwendet 12 ).
Es ist bekannt, dass sich feste Fette weit weniger leicht in Schwefelkohlenstoff
lösen, als flüssige, mit denen er sich in jedem Verhältnisse
7 ) Richter, Dingl. pol. J. CLXXXIII, 254. 2 ) Kurtz, Dingl. pol. J.
CLXXXXV, 362. 3 ) Jacobsen, Iudustriebl. 1867, 77. 4 )Rülilmann,
Mittheil. d. Hannov. Gewerbever. 1868, 265. 5 ) Ellis, Scientif. American
Jan. 1872, 31. B ) Dingl. pol. J. CCVIIX, 234. 7 ) Cloez, Compt. rend.
LXIII, 85. 8 ) Varrentrapp, Mittheil, des Gewerbever. des Herzogth.
Braunschw. 1865, 73. 9 ) Gore, Phil. Mag. [4] XXX, 414. ’°) Schwarz,
Wagn. Jahresber. 1863, 332. n ) Bolley, Wagn. Jahresber. 1860, 552.
la ) Arch. f. Pharm. [2] CXCVII, 82.