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Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 16

Die  Schwefelkohlenstoff  industrie.  217
mischt;  auf  diese  Beobachtung  gründet  sich  der  erst  jüngst  noch  von
D  ei  SB')  gemachte  Vorschlag,  dem  zu  pressenden  Stearin  eine  kleine
Menge  Schwefelkohlenstoff  zuzusetzen,  um  hierdurch  die  lreunung  cts
Oleins  zu  erleichtern.  -  Auch  analytischen  Zwecken  hat  man_  «he>  Losekraft
  des  Schwefelkohlenstoffs  dienstbar  zu  machen  gesucht  So  hat
schon  Berjot 3 )  vor  mehr  als  zehn  Jahren  einen  Apparat  (Oleometer)
für  die  Bestimmung  des  Oelgehalts  der  Samen  vorgeschlagen,  m  welchem
die  Oelsubstanz  mittelst  Schwefelkohlenstoff  extrahirt  wird.  Mit  grosserem ­
  Vortheil  wird  diese  für  die  Oelfabnkation  ™  ek  Schwe  elkohlenstoff
  nicht  unwichtige  Bestimmung  in  einem  von  V°hl)  benutzten
Apparat  ausgeführt,  in  dem  man  ebenfalls  Schwefelkohlenstoff  als  Extrac
tionsmittel  anwenden  kann,  obwohl  Vohl  dem  Canadol  für  diesen  Zweck
den  “or^g  gilbt  Verfasser  bedient  sich  zu  dem  Ende  eines  einfachen
Stöpselglases,  in  welchem  der  zerquetschte  Samen  mit  einer  genau  ge
wogenen  Menge  Schwefelkohlenstoff  längere  Zeit  in  Berührung  b  ^
Ein  aliquoter  Theil  der  gewonnenen  Losung  wird  verdamp  d
dem  gewogenen  Rückstand  der,  Oelgehalt  berechnet.  —  Die  Löslichkeit
des  Jods  *  Schwefelkohlenstoff  einerseits  und  die.Unlöslichkeit  des
Wassers  in  demselben  andererseits  gestatten  eine  Trennung  beidei
Substanzen.  Diese  Trennung  haben  fast  gleichzeitig,  aber  unabhängig
voneinander,  Wanklyn*)  und  T  issandi  er  »)  für  die  Bestimmung  des
Wassergehaltes  im  Jod  des  Handels  benutzt.  -  Geringeren  Eifolges  sind
I  Versuche  gewesen,  den  Schwefelkohlenstoff  für  die  Zwecke  der
Alkoholometrie  zu  verwerthen.  Mit  absolutem  Alkohol  mischt  sich  c  -
selbe  in  jedem  Verhältnisse,  während  verdünnter  Alkohol  nur  e
begrenzte  Menge  löst  und  zwar  um  so  weniger,  je  grosser  die  '  erd
nnng  ist  Lässt  man  Schwefelkohlenstoff  zu  Weingeist  fliessen,  so  tiubt
sich  die  Flüssigkeit  in  dem  Augenblick,  in  welchem  das  Lösungsvermogen
des  Alkohols  erschöpft  ist,  kennt  man  das  Lösungsvermogen  d  ^Wem
geist  von  verschiedenem  Alkoholgehalt,  so  lasst  sich  aus  der  Bert«  8
der  Schwefelkohlenstoffmenge,  welche  sich  in  einem  WeingemtMosL  de
Procentgehalt  desselben  an  absolutem  Alkoho  berechnen.  D  eae  ganz
sinnreiche  Methode,  welche  von  Tuchschmidt  und  Follenius  j  ang
geben  worden  ist,  dürfte  indessen  dem  gewöhnlichen  Alkoholometer

1)  D  eiss  ,  Bull.  Soc.  clüm.  1873  XX,  237.^  2) 6 ® elj °4)  Wanklyn!
appl.  1860,  453.  3 )J° h ^ T is'sandier,  Monit.  scientif.  1872,  90.
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