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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 16

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Gruppe  III.  Chemische  Industrie.
mannichfache  Thatsaehen  gestützt  wird,  sowie  durch  Gruppirung  der
Atome  innerhalb  der  Formel  mit  Rücksicht  auf  den  verschiedenen  Werth
der  einzelnen  Theile,  auf  Symmetrie  und  Einfachheit  des  graphischen
Ausdrucks,  auf  festere  Radieale,  die  bei  Umwandlungsprocessen  nicht
aufgelöst  werden,  ferner  durch  die  Erwägung  der  Ersetzbarkeit  isomorpher ­
  Körper  unter  einander  gelingt  es,  Formeln  aufzustellen,  welche
die  Constitution  der  Silicate  mit  grosser  Wahrscheinlichkeit  ausdrücken.
Die  natürlichen  wasserfreien  Silicate  sind  zum  grössten  Theil
unlösliche  schmelzbare  Verbindungen,  welche  ausser  von  Fluorwasserstoffsäure ­
  von  Säuren  nicht  angegriffen  werden.  Einige  wasser-  oder
(HO)-haltige  Silicate,  wie  Serpentin,  Kaolin  sowie  die  Classe  der  Zeolithe
werden  von  Säuren  mehr  oder  weniger  leicht  angegriffen  oder  lösen
sich  darin  unter  Abscheidung  von  gelatinöser  Kieselsäure.
Das  Kieselsäureanhydrid,  Si0 2 ,  kommt  in  der  Natur  in  krystallisirtem
  und  amorphem  Zustande  vor.  In  jenem  bildet  es  Sand,  Quarz,
Bergkrystall,  Amethyst.  Das  amorphe  Kieselsäureanhydrid  ist  bekannt
als  Chalcedon,  Achat,  Feuerstein.  Der  Opal  ist  nicht,  wie  man  bisweilen ­
  angenommen  hat,  von  einer  Kieselsäure  gebildet,  sondern  er
ist  Anhydrid  mit  einem  wechselnden  Gehalt  an  Wasser.  Kieselerde,
gepulverter  Feuerstein  lösen  sich,  besonders  wenn  sie  einer  starken
Hitze  ausgesetzt  waren,  leicht  in  kaustischen  Alkalien.
Von  den  künstlichen  Silicaten  sind  nur  die  mit  alkalischer  Basis
in  Wasser  löslich.  Die  Metasilicate  von  Kalium  und  Natrium,  K 2 SiOä
und  Na 2  Si  O3,  erhält  man  durch  Zusammenschmelzen  äquivalenter  Mengen
von  Kieselerde  und  Alkalicarbonat.  Es  sind  zerfliessliche  Körper,  die
sich  in  Wasser  zu  einer  alkalisch  reagirenden  Flüssigkeit  lösen.  Eine
ähnliche  Lösung  erhält  man  auch  durch  Kochen  von  äquivalenten
Mengen  amorpher  Kieselerde  und  starker  Alkalilösung.  Es  sind  auch
die  Ortho-  und  Parasilicate  der  Alkalien  bekannt.  Diese  Alkalisilicate
können  einen  Ueberschuss  von  Kieselerde  aufnehmen  und  bilden  dann
den  Körper,  der  unter  dem  Namen  Wasserglas  bekannt  ist.  Man
stellt  ihn  durch  Schmelzen  von  überschüssiger  Kieselerde,  gewöhnlich
Sand,  mit  Alkalicarbonat  her,  meistens  in  solchem  Verhältniss,  dass  auf
ein  K 2 0  vier  Si0 2  kommen.
Das  wichtigste  künstliche  Silicat  ist  das  wegen  seiner  Durchsichtigkeit ­
  und  seines  amorphen  Zustandes  ausgezeichnete  Glas.  Es  ist
eine  charakteristische  und  werthvolle  Eigenschaft  desselben,  vor  dem
Schmelzen  in  einen  plastischen  Zustand  überzugehen.  Das  Glas  ist
ein  verschiedenartiges  Gemenge  von  Kalium-  oder  Natriumsilicat  mit
den  Silicaten  von  Calcium  oder  Blei;  ferner  enthält  es  öfter  die  Silicate
von  Magnesium,  Barium,  Aluminium  und  von  anderen  Metallen.  Ein
nicht  geringeres  Interesse  beansprucht  das  Aluminiumsilicat  als  Hauptmaterial
  für  die  Fabrikation  der  Porcellan-  und  Thonwaaren.
            
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