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Gruppe III. Chemische Industrie.
mannichfache Thatsaehen gestützt wird, sowie durch Gruppirung der
Atome innerhalb der Formel mit Rücksicht auf den verschiedenen Werth
der einzelnen Theile, auf Symmetrie und Einfachheit des graphischen
Ausdrucks, auf festere Radieale, die bei Umwandlungsprocessen nicht
aufgelöst werden, ferner durch die Erwägung der Ersetzbarkeit isomorpher
Körper unter einander gelingt es, Formeln aufzustellen, welche
die Constitution der Silicate mit grosser Wahrscheinlichkeit ausdrücken.
Die natürlichen wasserfreien Silicate sind zum grössten Theil
unlösliche schmelzbare Verbindungen, welche ausser von Fluorwasserstoffsäure
von Säuren nicht angegriffen werden. Einige wasser- oder
(HO)-haltige Silicate, wie Serpentin, Kaolin sowie die Classe der Zeolithe
werden von Säuren mehr oder weniger leicht angegriffen oder lösen
sich darin unter Abscheidung von gelatinöser Kieselsäure.
Das Kieselsäureanhydrid, Si0 2 , kommt in der Natur in krystallisirtem
und amorphem Zustande vor. In jenem bildet es Sand, Quarz,
Bergkrystall, Amethyst. Das amorphe Kieselsäureanhydrid ist bekannt
als Chalcedon, Achat, Feuerstein. Der Opal ist nicht, wie man bisweilen
angenommen hat, von einer Kieselsäure gebildet, sondern er
ist Anhydrid mit einem wechselnden Gehalt an Wasser. Kieselerde,
gepulverter Feuerstein lösen sich, besonders wenn sie einer starken
Hitze ausgesetzt waren, leicht in kaustischen Alkalien.
Von den künstlichen Silicaten sind nur die mit alkalischer Basis
in Wasser löslich. Die Metasilicate von Kalium und Natrium, K 2 SiOä
und Na 2 Si O3, erhält man durch Zusammenschmelzen äquivalenter Mengen
von Kieselerde und Alkalicarbonat. Es sind zerfliessliche Körper, die
sich in Wasser zu einer alkalisch reagirenden Flüssigkeit lösen. Eine
ähnliche Lösung erhält man auch durch Kochen von äquivalenten
Mengen amorpher Kieselerde und starker Alkalilösung. Es sind auch
die Ortho- und Parasilicate der Alkalien bekannt. Diese Alkalisilicate
können einen Ueberschuss von Kieselerde aufnehmen und bilden dann
den Körper, der unter dem Namen Wasserglas bekannt ist. Man
stellt ihn durch Schmelzen von überschüssiger Kieselerde, gewöhnlich
Sand, mit Alkalicarbonat her, meistens in solchem Verhältniss, dass auf
ein K 2 0 vier Si0 2 kommen.
Das wichtigste künstliche Silicat ist das wegen seiner Durchsichtigkeit
und seines amorphen Zustandes ausgezeichnete Glas. Es ist
eine charakteristische und werthvolle Eigenschaft desselben, vor dem
Schmelzen in einen plastischen Zustand überzugehen. Das Glas ist
ein verschiedenartiges Gemenge von Kalium- oder Natriumsilicat mit
den Silicaten von Calcium oder Blei; ferner enthält es öfter die Silicate
von Magnesium, Barium, Aluminium und von anderen Metallen. Ein
nicht geringeres Interesse beansprucht das Aluminiumsilicat als Hauptmaterial
für die Fabrikation der Porcellan- und Thonwaaren.