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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 16

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Siliciumverbindungen.
eine  Folge  der  physikalischen  Beschaffenheit  ihrer  Flächen,  so  muss  angeätztes ­
  Glas  dieselben  oder  ähnliche  Resultate  geben  wie  die  Kieselsäure ­
  selbst.  Und  das  ist  in  der  That  der  Fall.  Mit  Flusssäure  matt
geätztes  Glas  nimmt  die  Anilinfarben  ebenso  auf,  wie  die  Kieselsäure,
ja  die  angeätzten  Stellen  können  sogar  durch  Beizen  mit  adjectiven
Farben  gefärbt  werden.  Die  Färbung  erscheint  wegen  der  geringen
Ausdehnung  der  geätzten  Schicht  heller,  sie  ist  aber  ebenso  beständig,
als  die  bei  der  Kieselsäure  beobachtete.
Wenn  auch  die  technologische  Wichtigkeit  der  Kieselsäure  und
der  Silicate  von  keiner  anderen  Siliciumverbindung  erreicht  wird,  so
müssen  wir  doch  einer  Verbindung  dieses  Elements,  der  Kiesel  fl  uoiwasserstoffsäure,
  und  ihrer  Derivate  mit  einigen  Morten  Erwähnung ­
  thun,  da  sie  in  neuerer  Zeit  nicht  ohne  Bedeutung  für  die  chemische
Technik  geblieben  sind.
Das  Fluorsiliciumgas  wurde  schon  von  Scheele  beobachtet;  auch
Priestley  erhielt  es,  verwechselte  es  aber  mit  Flusssäure  (fiuov  (leid  oif  ):
erst  Gay-Lussac  und  Thenard  ermittelten  seine  Natur  und  Zusammensetzung. ­
  Es  entsteht  immer,  wenn  Fluorwasserstoffsäure  mit  Kieselsäureanhydrid ­
  oder  Silicaten  zusammentrifft.  Man  könnte  nun  meinen,
das  Fluorsilicium,  SiF 4 ,  zersetze  sich  nach  Analogie  des  Chlorsiliciums,
Si  Cl 4 ,  mit  Wasser  wiederum  in  Fluorwasserstoffsäure  und  Kieselsäure.
In  der  That  wird  Kieselsäuregallerte  abgeschieden,  sobald  Fluorsilicium
und  Wasser  zusammen  kommen,  allein  es  entsteht  nicht  Flusssäure,
sondern  Kieselfluorwasserstoffsäure  nach  der  Gleichung:
3  Si  F 4  -f-  4  H 2  0  =  Si(OH) 4  +  2H 2 SiF 6 .
In  den  Laboratorien  stellt  man  sich  die  Kieselflusssäure  stets  durch
Einleiten  von  Fluorsiliciumgas  in  Wasser  dar.  Die  Darstellung  des
Fluorsiliciums  aus  Kieselerde,  oder  einem  Silicat  und  Flussspath  durch
Intervention  von  Schwefelsäure  zeigt  sich  aber  im  Grossen,  auch  wenn
man  statt  des  natürlichen  Flussspaths  das  bei  der  Kryolithverarbeitung
abfallende  Fluorcalcium  oder  Kryolith  selbst  anwendet,  nicht  gut  ausführbar. ­
  Die  Eigenschaften  der  Kieselfluorwasserstoffsäure,  besonders
die  merkwürdige  Tbatsache,  dass  sie  gerade  mit  den  Metallen,  welche
mit  fast  allen  anderen  Säuren  leicht  lösliche  Salze  bilden,  nämlich  mit
den  Alkalimetallen,  schwer  lösliche  Verbindungen  liefert,  machen  ihre
technische  Darstellung  in  hohem  Grade  wünschenswerth.  Es  ist  besonders ­
  das  Kieselfluorkalium,  welches  sich  durch  seine  Unlöslichkeit
auszeichnet,  so  dass  die  Kieselfluorwasserstoffsäure  ein  Mittel  an  die
Hand  giebt,  Kalium  von  Natrium  und  Magnesium  zu  trennen.  Auch
das  Kieselfluorbarium  ist  schwer  löslich,  während  das  Kieselfluorstrontimn
  sehr  löslich  ist.
Nun  hatten  Gay-Lussac  und  Thenard  bei  ihren  Untersuchungen ­
  über  die  Zusammensetzung  des  Flussspaths  diesen  mit  geschmol-
            
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