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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 16

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Gruppe  III.  Chemische  Industrie.
geraumer  Zeit  fast  ausschliesslich  die  beträchtliche  für  industrielle
Zwecke  erforderliche  Borsäuremenge  geliefert  hat  und  auch  heute  noch,
obwohl  man  neue  ebenfalls  reichhaltige  Borsäurequellen  entdeckt  hat,
in  dieser  Beziehung  den  ersten  Rang  einnimmt.  Es  ist  daher  der
Gewinnung  der  Borsäure  in  Toscana  ein  besonderer  Aufsatz  von  Br.
Karl  Kurtz,  die  Borsäurefabrikation  in  Toscana  (Seite  343),  gewidmet ­
  worden.
Freie  Borsäure,  deren  Verflüchtigung  durch  Wasserdämpfe  vermittelt ­
  wird,  entweicht  auch  aus  einigen  Vulcanen  und  setzt  sich  an  dem
Gestein  der  Kratermündung  ab.  Erhebliche  Mengen  davon  finden  sich
neben  Schwefel  und  Salmiak  z.  B.  im  Krater  der  Insel  Volcano,  geringere
Mengen  im  Krater  des  Vesuvs  etc.  Auf  der  Insel  A r olcano  ist  die  Borsäure ­
  Gegenstand  technischer  Gewinnung.
Trocknet  man  die  krystallisirte  Borsäure  Hg  BO*  bei  100°  C.,  so
geht  Wasser  weg  und  es  bleibt  eine  an  Wasser  ärmere  Borsäure  (Metaborsäure ­
  genannt)  zurück:
H3BO3  —  h 2 o  =  hbo 2 .
Erhitzt  man  diese  zum  Glühen,  so  verliert  sie  abermals  Wasser  und  es
entsteht  das  Anhydrid  der  Borsäure:
2  IlBOj  —  II 2 0  =  Bä!);,.
Wenn  man  die  Borsäure  (H 3 B0 3 )  längere  Zeit  bei  einer  Temperatur ­
  von  140  bis  160°  erhält,  so.verliert  sie  mehr  Wasser,  als  der
Metaborsäure  (HB0 2 )  entspricht,  ohne  jedoch  bereits  in  das  Anhydrid
(B 2 0 3 )  überzugehen;  es  wird  eine  zweite  intermediäre  Säure  gebildet,
welche  aus  4  Mol.  Borsäure  nach  der  Gleichung:
4  H  jBO ;1  —  5  H 2 0  —  IR  BiO?
entsteht,  eine  Säure,  welche  insofern  ein  gewisses  Interesse  beansprucht,
als  das  derselben  entsprechende  secundäre  Natriumsalz  die  wichtigste
Borsäureverbindung,  der  bekannte  Borax,  ist.  Durch  Vereinigung  einer
noch  grösseren  Anzahl  von  Borsäuremoleculen  unter  Austritt  von  mehr
oder  weniger  Wasser  können  sich  noch  weitere  intermediäre  Borsäuren
erzeugen,  von  denen  sich  verschiedene  natürliche  Borate  ableiten
lassen.  (Vergl.  auch  S-  288  dieses  Berichtes.)
Die  Borsäure  als  solche  findet  eine  nur  beschränkte  Anwendung,
der  grösste  Theil  der  alljährlich  fabricirten,  bedeutenden  Mengen  dieser
Säure  wird  zur  Darstellung  von  Natriumborat,  von  Borax,  verwendet.
Borax.  Das  borsaure  Natrium,  N^BjCb,  kommt  in  zwei  verschiedenen ­
  Formen  in  den  Handel:  als  gewöhnlicher  oder  prismatischer
Borax  mit  10  Mol.  Wasser  und  als  octaedrischer,  Juwelier-  oder  Rindenborax ­
  mit  5  Mol.  Wasserkrystallisirt.  Das  letztere  Salz  erhältman,  wenn
man  Boraxlösungen  von  bestimmter  Concentration  (30°  B.)  langsam  abküh-.
  len  lässt;  es  beginnt  dann  bei  79°  C  die  Krystallisation  von  octaedrischem
            
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