Bor und seine Verbindungen.
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aber festen Kruste, welche aus einem Conglomerat von kalkigen erdi
gen und Salztheilen besteht. Die Kruste wird beseitigt, worauf man
die Knollen mittelst Schaufeln aus dem Sande, welcher oft bis auf 3
bis 6 Fuss tief damit angefüllt ist, herausarbeitet, Die ausgelesenen
Knollen enthalten noch etwa 10 p. C. leicht entfernbare Feuchtigkeit
sie werden getrocknet und darauf, in Säcken verpackt, in den Handel
gebrachter ^ Vorkommefl des Boronatrocalcits in Nevada macht Hr.
0 boew in einem zunächst für commercielle Zwecke besonders ge
druckten Berichte, welcher bislang in wissenschaftliche Journale nich
übergegangen ist und welchen der Berichterstatter der brüte des eri
Commercienraths Kaufmann in Berlin verdankt, ausführliche Mitt
lungen, von denen die wichtigeren im Folgenden in den Wor en
Verfassers wiedergegeben sind. fVnlnl-
Tm nordwestlichen Theile Nevadas, in directe'r Nahe der Central
Pacific-Eisenbahn liegt 4500 Fuss hoch über dem Meeresspiegel Hot-
springs so genannt wegen der hier vorkommenden Quellen, deren
Temperatur nahe dem Kochpunkt liegt. Die Luft ist im Allgemeinen
trocken, es regnet selten von Mai bis October; die Temperatiardifficrenzen
sind bedeutend in kurzen Zeiträumen, und man hat so c e
24 o c an ein und demselben Tage. Die Luft ist selten ruhig, fast
immer herrschen heftige Winde, die oft einen Sandsturm hervorrufen,
das Erdreich hoch in die Lüfte wirbelnd. ... r
Das einzige Gewächs von einiger Hohe, das in grosserer Menge
vorkommt, ist ein 2 bis 3 Fuss hoher Busch (sage-brush und O^e-wood).
Den nackten, trockenen, quarzigen Sandboden bedeckt kein Gras,
doch fand ich hier und da auf dem von der sonst so genügsamen Poa
verschmähten Lava- und Sandboden, manche interessante Pflanze
Blüthe und ich sammelte etwa ein Dutzend Arten auf meinen Excm-
sieben. Die Insectenwelt ist spärlich vertreten. Von den Wirbelthieren
findet sich die flinke Eidechse, grau mit rothem Halsband; dann ei
sogenannte Hornfrosch, eine graue, schwarz und gelb getupfte , *>
eingefasste, mit zwei Hörnern versehend Eidechse von der Breite einer
Kröte (.Phrynosoma comatum), ferner der Präriehase (jactors rabbit),
der auf ■„sage-lrush“ als alleinige Nahrung angewiesen ist. Auch der
Adler und wandernde Tauben finden sich vor.
So weit das Auge reicht, ist der Horizont von kahlen Bergen be
deckt, deren Hauptmasse eine schwarze, poröse, kieseisäurereiche Lava
bildet, die schwer der Verwitterung unterliegt. Der Sandboden der
Thäler sowohl wie der oft zu Tage tretende, meist ersterem unter
liegende Thonboden ist häufig von Kochsalz und Glaubersalz durchdrungen,
und wenn nach einem Regen der Boden trocken wird, so gewahrt er
den Anblick des blendend weissen, frischgefallenen Schnees, ln einigen
anderen angrenzenden Thälern ist es kohlensaures Natrium, selten Salpeter-