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Gruppe III. Chemische Industrie.
(Borsäuretrihydrat), Larderellit (Ammoniumborat), Lagonit (Eisenborat),
Hayesin (Calciumborat), seltener Natriumborat, natürlicher Borax;
ihre steten Begleiter sind Ammoniumsulfat mit Magnesium- oder Na
triumsulfat (Popp’s Cerbolit, und Becchi’s Boussingaultit). Die Ein
führung der Bohrlöcher hatte eine gewisse Steigerung der Borsäure-
production Toscanas zur Folge, namentlich auf Durval’s Etablissement;
der Betrieb wurde in vieler Beziehung dadurch erleichtert, aber die
Hauptaufgabe, sämmtliche in den Soffionen befindliche Borsäure zu
gewinnen, wurde und ist bis jetzt nicht gelöst worden. Larderel
producirte Anfangs der sechsziger Jahre gegen 1 600 000 Kg, 1872
gegen 1 800 000; Durval damals gegen 100 000 Kg, jetzt mindestens
400 000 Kg. Aber eine viel grössere Menge an Borsäure geht ver
loren.
Fortschritte in der Fabrikation. Die Herstellung vonBohr-
löchern geht auf den meisten Etablissements unausgesetzt vor sich, und
man hat sich im Laufe der Jahre in der Technik des Bohrens auf
Soffionen einigermaassen vervollkommnet. Besonders hat Durval am
Lago zolforeo mehrere bedeutende Soffionen erhohrt. Einige der
selben fördern auch Wasser, dessen Gehalt an Borsäure zwischen OT
bis 0'4 p.C. schwankt; solche Wasser kommen direct auf die Pfannen.
Ebenso gelang es Durval, den Gehalt an Borsäure in dem einzigen
grossen Lagone, der ihm zu Gebot steht, dem Lago zolforeo, bedeutend
zu erhöhen. Schon früher hatte er alle äusseren Zuflüsse des Sees,
dessen Wasser höchstens 0'05 p. C. an Borsäure enthielt, abgeleitet, den
Spiegel des Sees dadurch tiefer gelegt und so an Terrain und Borsäure im
Wasser des Sees gewonnen. Da man wusste, dass fast nur in einem,
und zwar dem kleineren Theil des Sees sich Soffionenmündungen auf dem
Grunde befinden, so trennte er diesen kleineren Theil des Sees durch
einen Damm von dem grösseren. Der kleinere Theil des Seeg, genannt
il cratere, eigentlich nichts als ein grosser Lagone, hat jetzt eine Tempe
ratur von 67°, eine Tiefe von circa 25 m und einen Gehalt von 0'2
bis 0'3 p. 0. an Borsäure. Sein Wasser kommt direct auf die Pfannen.
Der eigentliche See, il lago, hat eine Temperatur von 26° und nur
einen Gehalt von 0'08 p. C. an Borsäure. Er dient zum Speisen des
cratere. Durval producirt jetzt täglich circa 1200 bis 1500 Kg.
Man weiss aus Erfahrung, dass das Wasser eines Lagone nur
bis zu einem gewissen, von Lagone zu Lagone wechselnden Grade
mit Borsäure zu sättigen ist und dass die Quantität der Borsäure durch
ein längeres Durchstreichen des Soffione nicht mehr, oder wenigstens
nicht mehr proportional der Zeit zu vermehren ist. Man sucht den
Grund davon gewöhnlich in der Temperatur des Wassers, indem man
annimmt, dass wenn diese dem Siedepunkt, resp. der Temperatur
des Soffione, nahe sei, die Gase und der Dampf in zu grossen Blasen