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Ozon.
erwähnt werden, ebenso die Gläubigkeit, mit welcher danach berede
sogenannte „Ozonbäder“ trotz oder wegen ihres hohen Preises Abm
finden. Jedenfalls ergiebt sich, dass eine industrielle Darstellungs
methode von Ozon bisher noch ein unerfülltes Desideratum ist.
Nur der höchste Zweig der Industrie, derjenige, für welchen mit
Hecht kein Preis zu theuer erachtet wird, weil sein Object die Gesun e
ist, die Medicin, hat die bisherigen Methoden für genügend ei achtet,
um das Ozon in ihr Bereich zu ziehen. Diesem Bestreben lag die von
Schönbein gemachte Beobachtung zu Grunde, welche Andrews seit
her ausser Zweifel gestellt hat*), dass die Luft der Städte tindsebst
gut ventilirter Zimmer auf dem Lande kein Ozon enthalte, welches s
dagegen in der freien Landluft immer nachweisen Esst, und die aller
dings unbewiesene Vermuthung Schönbein’s vom Zusammenhang dei
Epidemien mit Ozonmangel. . . v
Besonders ist neuerdings Lender für die medicimsche Ver
wendung des Ozons und seine Wirksamkeit eingetreten, indem er Ozon
inhalationen und den fortgesetzten Gebrauch von Ozonwasser gegen
Tuberculose, Gelenkrheumatismus, Glaucom, Asthma, Gicht u s w
empfiehlt 2 ). Dass seine Bemühungen die Zustimmung des aiztliche
Publicums nicht gefunden haben, ergiebt sich aus einer Discussion der
B die am 29. Oct.b.r 1873 unter d.»
Präsidium von Langenbek’. .tattf.nd*) .ml m welcher d,een
Methode ausser Lender nicht einen Verteidiger fand wohl a er
lebhaften Widerspruch erfuhr. 0 ; Liebreich führte dort namentlich
an- Das Ozon sei so leicht zersetzlich, dass es unmöglich sei, das
selbe ins Blut überzuführen; dasselbe werde schon auf dem Wege zu
den Respirationsorganen zersetzt; Inhalationen davon seien also reine
Saucrstoffeinathmungen, und „ D.mf.cti« von Kranke.™..™
gebe es einfachere und bessere Mittel. Zu erwähnen bleiben hierbei
immerhin die Beobachtungen Schönet) und Houzeau s ), dass
nach Manipulationen mit Ozon den Händen, sowie Kleider* aus Flanell
oder anderen Geweben der Geruch des Ozons längere Zeit anhaftet: seine
Zersetzung also keine augenblickliche zu sein scheint.
Dass die physiologische Wirkung stark ozomsirten Sauerstoffs
eine sehr bedeutende ist, ergiebt sich aus neuen Versuchen von Dewar
und M ac Kendrick 6 ). Durch Induction ozomsirter Sauerstoff, welcher
höchstens 10 p.C. Ozon enthielt, tödtete kleine Thiere, welche man
darin attm.nL., Kaninchen, Wm. ™d ^ d ” ““
-k-v l <nni Qßß 2\ Tjftnder, Gröscliöii^s Deutsche
i\ Andrews Nature 1874, öbb. ) ueuuoi, ..
Klinik S ». 1878* *) Klinische Wochenschrift 1873, ^ 889. *) Schone,
U PV rhem Ges 1873, 1226. 5 ) Houzeau, Ann. chim. phys. [4j XXY1I
fe. p!«;, Mac Kendrick, B. Soc. Edinb. Proc. Session
1873—1874.