Wasserstoff. 25
lang unter Photogen oder andere flüchtige Oele getaucht, starkem Sonnen
licht und Luft ausgesetzt, wobei die letztere ozonisirt wird und bleicht.
Das erste Patent auf Anwendung des Ozons ward vor Kurzem in
England ertheilt. Um ohne Gährung aus Alkohol Essigsäure zu
bilden, behaupten die Erfinder*) Ozon, mittelst Durchblasens von Luft
durch eine Flamme erhalten, einfach mit ausfliessendem Alkohol in Berüh
rung zu bringen. Eine technische Prüfung des Verfahrens liegt bisher
nicht vor.
Wasserstof f.
Von drei Eigenschaften, welchen der Wasserstoff seine industriellen
Anwendungen verdankt, sind zwei so scharf ausgesprochener Natur, dass
sie sich den frühesten Beobachtern aufdrängen mussten. Es galt ihnen
als das brennbare Princip „der flüchtige Sulfur“ 2 ), Späteren als das lang
gesuchte Phlogiston 3 ), oder doch als die „entflammbare Luft“, von der
alle anderen brennbaren Gase nur Abarten seien. Die Neuzeit präcisirte
diese bis dahin unklare Erkenntniss, indem sie dem Wasserstoff die
grösste Verbrennungswärme zuerkannte und damit das Vermögen, die
stärksten Wärme- und Lichtgrade zu erzeugen. Technisch wurden
diese Eigenschaften schon frühzeitig benutzt.
Auch das geringe Volumgewicht des Wasserstoffs entging den ersten
Beobachtern nicht. Kaum wägbar erregte er die Idee der Impondera
bilien, und wie die Verbrennungswärme, so sollte auch die specifische
Leichtigkeit des Wasserstoffes bald in auffallender Weise verwerthet
werden. ..
-- Eine dritte Eigenschaft desselben ist verborgenerer Art. Zuweilen
Farben zerstörend, häufig aber ohne glänzende und rasch in die
Augen springende Erscheinungen herbeizuführen, vermag der Wasser
stoff im Entstehungszustande viele Verbindungen ehizugehen, deren
das freie Element unfähig ist. Chlor, Sauerstoff und andere Elemente
löst es aus ihren Verbindungen los und vertritt ihre Stelle, oder
es lagert sich an ungesättigte Verbindungen an, indem es die
darin vorhandenen Lücken ausfüllt. Von dem allergrossten ’an-
fluss auf die jüngste Entwickelung der Chemie ist diese Eigen
schaft auch für die Technik von weittragender Bedeutung geworden.
Ohne dieselbe zu kennen, hat man unbewusst seit undenklichen
Zeiten von ihr Gebrauch gemacht. Denn auf ihr beruht die Umwandlung
des Indigblaus durch die Küpe in Indigweiss und also einer der älte
sten und wichtigsten Zweige der Färberei.
lj Turner u. Vanderpool, Ber. CBem. Ges.VI,,1553. ) L
Memoires de 1’AcadOnie 1700. Ko pp, Gesch. d. Cliem. III, 265.
vendish (1766).
emery,
3 ) Ca-