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Gruppe III. Chemische Industrie.
zu der von Ihnen angegebenen Periode Versuche damit in zweien unserer
Etablissements gemacht worden sind, dass aber die Frage der Ein
führung niemals in ernstliche Erwägung gezogen worden ist.“
Die Beleuchtung der galvanoplastischen Anstalt von Christofle
mit Wasserstoff ist ebenfalls von nur kurzer und lange vergangener
Dauer gewesen. Wir verdanken dieser Firma die folgenden Angaben
unter dem Datum des 21. April 1874: „In Antwort auf Ihren Brief vom
17. d. theilen wir Ihnen mit, dass die Anwendung des Wasserstoffs in
unserer Fabrik seit dem Jahre 1853 aufgehört hat, gewisser Schwierig
keiten (inconvenients) halber, die sich dabei herausstellten, und dass
wir die bezüglichen Documente nicht mehr bewahren.“
Es blieb noch übrig, über die weiteren Schicksale des sogenannten
Platingases in Narbonne Nachrichten einzuholen und um dies mit
Sicherheit zu können, bot sich kein anderer Weg, als die Gefälligkeit der
städtischen Verwaltung in Anspruch zu nehmen. Der Herr Maire von
Narbonne hatte die Güte, die an ihn gestellte Bitte vollkommen zu
erfüllen, und unter dem 16. März das folgende ebenso lehrreiche wie
charakteristische Schreiben zu unterzeichnen:
„Die Lage Preussens und Frankreichs seit dem Kriege muss mir
in Bezug auf eingeholte Erkundigungen die grösste Behutsamkeit
auferlegen. Da es sich jedoch um ein rein wissenschaftliches Interesse
handelt, habe ich den Brief, mit welchem Sie mich beehrt haben, dem
Herrn Abbe Prax mitgetheilt, dem Chemiker des landwirthschaftlichen
Comitiums von Narbonne, welcher sich lange mit jener Frage beschäftigt
hat. Ich beehre mich, Ihnen eine Copie der Notiz zu übersenden, welche
derselbe mir zugestellt hat.“
Notiz über das Wassergas in Narbonne von
1 855 bis 1865.
Im Mai 1855 wurde ich von der Municipalität nach Paris entsandt,
um das Wassergas von Passy zu prüfen. Mein Bericht datirt vom
8. Juni 1855. Die Stadt nahm diese Methode der Erleuchtung und
Heizung an und schloss mit der Compagnie, welche sich dieNarbonnaise
nannte, einen Vertrag ab.
Seit 1856 war das System von Passy in Narbonne in Ausführung.
Nur die Brenner haben wir in mehreren Beziehungen abgeändert, weil
die von Passy nicht widerstandsfähig genug waren. Die hohe Temperatur
der Retorten verursachte zuweilen den Verlust eines Ofens, und nach
manchen Verlusten verliess man das System der Retorten zu Gunsten
eines anderen Apparates, des „Cubilot“ (s. o. den Apparat vonFayes).
Gegen Ende von 1858 heizte man denselben mit Holzkohle, die man
ihrer Kostspieligkeit wegen bald durch Coke ersetzte. Zur selben Zeit
brachten wir an den Brennern und Platinkörben wichtige Veränderungen
an, indem wir die letzteren aufhingen, statt sie aufzusetzen.