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W asserstoffsuperoxyd.
dass sie sich der Uehersicht entziehen, und di e wichtigsten aus ihrer
Zahl finden in besonderen Capiteln dieses Berichtes ihre Besprechung.
Die Elemente Sauerstoff und Wasserstoff treten jedoch bekanntlich
noch zu einer zweiten Vei'bindung, dem Wasserstoffsuperoxyd H 3 0 2 ,
zusammen, welche in neuester Zeit in der Industrie eine gewisse Geltung
zu gewinnen beginnt.
Wasserstoffsuperoxyd.
Im Jahre 1818 liess. Thenard Säuren auf Bariumsuperoxyd ein
wirken und erhielt Lösungen, die ausserordentlich reich an Sauerstoff
waren und die denselben mit auffallender Leichtigkeit abgahen. Er sah
dieselben für höhere Oxydationsstufen der Säuren an, bis er bald darauf
die wahre Natur der Substanz erkannte.
Seine Darstellungsmethode, welche auch heute noch angewandt
wird, ist die folgende. Eine bekannte Menge concentrirter Chlorwasser
stoffsäure wird in einem Becherglase mit 8 bis 10 Volumen Wasser
verdünnt einer Kältemischung ausgesetzt. Eine etwas geringere Menge
von Bariumsuperoxyd als nöthig ist, um die Säure zu neutralisiren,
möglichst frei von anderen Oxyden, namentlich von Manganoxyd, welche
die Ausbeute verringern würden, wird dann mit Wasser zu einem feinen
Brei zerrieben und allmählich der Säure zugesetzt, in welcher es sich
ohne Aufbrausen lösen muss. Darauf fügt man mit Vorsicht verdünnte
Schwefelsäure zu, um den aufgelösten Baryt als Sulphat niederzuschlagen
und um Chlorwasserstoffsäure herzustellen, die so auf eine neue Menge
Bariumsuperoxyd reagiren kann. Nachdem die Flüssigkeit vom unlös
lichen Bariumsulfat abfiltrirt ist, setzt man wie vorhin allmählich eine
neue Menge breiförmigen Bariumsuperoxyds hinzu. Derselbe Process
der Präcipitation mit Schwefelsäure, der Filtration und des Zusatzes
von Superoxyd wird mehrmals wiederholt. Nach dem sechsten oder
siebenten Zusatz enthält die Flüssigkeit eine hinreichende Menge von
Wasserstoffsuperoxyd. Nur wo es darauf ankommt, dasselbe völlig frei
von Säuren zu haben, unterwirft man es jetzt noch einer succesiven
Behandlung mit Silhersulfat und Bariumhydrat. Die filtrifte Lösung
wird in einer Schale im Vacuum über Schwefelsäure abgedunstet.
Pelouze fügt einen Brei von Bariumsuperoxyd zu einer Lösung
von Fluorkieselwasserstoffsäure und filtrirt vom Fluorkieselbarium die
Wasserstoffsuperoxydlösung ab. Dupre x ) und Balard bedienen sich
einer Lösung von Kohlensäure in Wasser für denselben Zweck, indem
sie sehr kleine Mengen fein gepulvertes Bariumsuperoxyd allmählich
eintragen.
In neuester Zeit hat J. Thomsen die folgende Modifieation des
*) Dupre, Compt. rend. LV, 736 u. 758.