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Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 16

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Gruppe  III.  Chemische  Industrie.
Ortschaften  als  auch  vereinzelter  Häuser  geführt  hat,  ist  im  Laufe  der
letzten  zehn  Jahre  die  allgemeine  Aufmerksamkeit  mit  grossem  Nachdruck
einem  eingehenden  Studium  des  Trinkwassers  zugelenkt  worden,  dessen
Ergebnisse  in  den  folgenden  Abschnitten  zusammengefasst  sind:
1)  V  erbesserungen  in  der  Methode  der  chemischen  Analyse  des
Trinkwassers,  2)  Reinheit  des  Wassers,  aus  Quellen  verschiedenen  Ursprungs; ­
  3)  Reinigung  des  Wassers.

I.  Verbesserungen  in  der  Methode  der  chemischen
Analyse  des  Trinkwassers.
Vor  dem  Jahre  1864  waren  den  Chemikern  befriedigende  Methoden ­
  bekannt  für  die  quantitative  Bestimmung  1)  der  in  dem  Wasser
gelösten  Gase,  2)  der  suspendirten  mineralischen  sowohl  als  organischen
Substanzen,  3)  des  Gesammtgehaltes  gelöster  fester  Bestandtheile,  4)  des
Ammoniaks  und  5)  der  Härte  oder  seifezerstörenden  Wirkung  des
V  assers.  Allein  sie  besassen  keine  zuverlässigen  Verfahrnngsweisen
für  die  Bestimmung  der  gelösten  organischen  Substanzen  und  des  in  der
Form  von  Nitraten  und  Nitriten  in  dem  Wasser  vorhandenen  Stickstoffs,
obwohl  es  gerade  diese  Bestimmungen  sind,  welche  vorzugsweise  Anhaltspunkte ­
  für  die  Beurtheilung  der  Zuträglichkeit  des  Wassers  bieten,
die  erstere  insofern  sie  wirklich  vorhandene  Verunreinigung  nachweist,
die  letztere  insofern  sie  einen  berechtigten  Schluss  auf  früher  stattgefundene ­
  Verunreinigung  des  Wassers  mit  thierischen  Substanzen  gestattet. ­
  Man  hatte  versucht,  bezüglich  der  gelösten  organischen  Substanzen ­
  experimentale  Aufschlüsse  zu  gewinnen,  1)  durch  Bestimmung
des  Gewichtsverlustes,  welchen  der  beim  Verdampfen  einer  gewissen
Menge  W  assers  erhaltene  feste  Rückstand  erleidet;  2)  durch  Bestimmung
des  Volums  einer  gestellten  Lösung  von  Kaliumpermanganat,  welches
ein  gegebenes  Volum  Wasser  entfärbt.  Der  Glühverlust  des  festen
Rückstandes  hat  sich  als  eine  sehr  unzuverlässige  Anzeige  erwiesen,
um  daraus  die  Menge  der  vorhandenen  organischen  Substanzen  zu
folgern.  Er  kann  ausschliesslich  von  verbrannter  organischer  Materie
herrühren,  ja  es  kann  selbst  eine  grössere  Menge  organischer  Substanzen ­
  vorhanden  sein  als  der  Glühverlust  anzeigt,  insofern  ein  Theil  der
letzteren  bei  der  Veraschung  in  feuerbeständige  Cyanide  oder  Cyanate
übergeführt  wird,  andererseits  wieder  kann  der  Glühverlust  ausschliesslich ­
  durch  Verflüchtigung  von  Mineralsubstanzen  bei  der  Glühtemperatur ­
  bedingt  werden.  Die  Interpretation  der  analytischen
Resultate  war  mithin  eine  so  unsichere,  dass  sie  als  unnütz  bezeichnet
werden  durfte.  Darauf  hat  man  versucht,  die  Menge  der  an  dem
Glühverluste  betheiligten  organischen  Substanzen  durch  Kaliumpermanganat ­
  zu  bestimmen.  Eine  Lösung  dieses  Salzes  überträgt  rasch
            
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