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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 16

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Gruppe  III.  Chemische  Industrie.
vielfach  zerklüftet  und  von  Gängen  und  Spalten  durchsetzt  ist,  wie
der  Bergkalk  z.  B.,  so  unterscheidet  sich  das  unten  austretende  Wasser
nur  wenig  von  dem  Tagewasser  der  Oberfläche  und  enthält  noch  den
grösseren  Theil  der  Verunreinigungen,  welche  es  ursprünglich  aufgenommen ­
  hatte.  Allein  wenn  die  Felsart  gleichartig  porös  ist,  wie  die
Kreide,  der  Oolith,  der  Grünsand  oder  der  Sandstein,  so  wird  die  anfangs
vorhandene  organische  Materie  nachgerade  oxydirt  und  in  harmlose
Mineralsubstanzen  verwandelt.  Die  wasserführenden  Schichten,  welche
diese  wünschenswerthe  Umbildung  in  besonders  hohem  Grade  bewirken, ­
  und  denen  vorzugsweise  ein  perlendes,  farblos-durchsichtiges,
wohlschmeckendes  und  gesundes  Wasser  entquillt,  sind
1)  Die  Kreide,
2)  Der  Oolith,
3)  Der  Grünsand,
4)  Der  neue  rothe  und  conglomeratische  Sandstein.
Sämmtliche  löslichen  Bestandtheile  und  ein  grosser  Theil  der  suspendirten
Materie,  welche  das  Fluss-  und  Stromwasser  enthält,  werden  schliesslich
dem  Ocean  zugeführt,  wo  sie,  da  kaum  irgend  eine  dieser  Substanzen  bei
gewöhnlicher  Temperatur  flüchtig  ist,  wenn  das  Wasser  verdampft,
Zurückbleiben.  Die  Analyse  des  Regenwassers  hat  dagegen  nachgewiesen, ­
  dass  ein  kleiner  Bruchtheil  dieser  salinen  Bestandtheile,  der
aber  einen  gewaltigen  Gesammtbetrag  liefert,  durch  die  Seewindedem
  Lande  wieder  zugeführt  wird.  Die  Welle,  die  sich  schäumend
an  dem  Gestade  bricht,  sendet  in  die  Atmosphäre  Tausende  von  Seewasserbläschen, ­
  welche  sich,  da  sie  im  Verhältniss  zu  ihrer  Masse  grosse
Oberflächen  bieten,  lange  Zeit  in  der  Luft  schwebend  erhalten.  Wenn
die  Luft  feucht  ist,  so  verschmelzen  sie  mit  den  Wolken  und  dem
Nebel  und  fallen  als  Regen  nieder;  ist  die  Luft  dagegen  trocken,  so
verdampft  der  wässerige  Antheil  und  es  bleibt  ein  fester  Salzrückstand,
welcher  begreiflich  noch  weit  feiner  zertheilt  ist  und  deshalb  noch  viel
länger  in  der  Atmosphäre  suspendirt  bleibt  als  das  Bläschen,  welches
ihn  lieferte.  Diese  kleinen  Salzpartikelchen,  welche  das  Spectroskop
in  der  Atmosphäre  allezeit  erkennen  lässt,  sinken  entweder  allmählich
auf  Land  und  Meer  herab  oder  werden  von  dem  fallenden  Regen
niedergewaschen.  Vergleicht  man  indessen  die  einerseits  in  den  Flüssen
dem  Meere  zuströmenden  mit  den  dem  Lande  wiederkehrenden  Mengen
saliner  Materie,  so  leuchtet  ein,  dass  ein  grosser  Ueberschuss  dem  Ocean
verbleibt,  dessen  Wasser  ausserordentlich  viel  reicher  ist  an  Salzbestandtheilen,
  als  das  Wasser  der  Quellen,  Bäche  und  Flüsse.  Das  Meer  wasser
enthält  in  der  Regel  sogar  weit  mehr  organische  Materie  als  das  süsse
Wasser,  selbst  wenn  letzteres  wesentlich  verunreinigt  ist.  Allein  die
organische  Materie  des  verunreinigten  Flusswassers  ist  todt  und  fäulnissfähig,
  während  gewichtige  Gründe  für  die  Annahme  vorliegen,  dass
            
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