Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 16

Künstliche  Erzeugung  von  Kälte  u.  Eis.

77

von  der  einen  Seite  zugänglich,  den  Syrup  aufnimmt;  der  ringförmige
Zwischenraum  wird  von  der  anderen  Seite  mit  Eis  und  Salz  ausgeiullt  /
Nachdem  die  Deckel  fest  aufgesetzt  sind,  wird  gedreht,  zuerst  etwa  fun
Minuten  lang,  dann  der  Syrupdeckel  abgehoben  und  das  bereits  an  der
Wand  ausgeschiedene  Gefrorne  mit  einem  Spatel  abgelost  und  mit  dem
Uebrigen  verrührt,  wodurch  sich  butterförmige  Consistenz  herstellt  der
Apparat  wird  dann  wieder  verschlossen,  umgedreht  und  nach  fünf  Minuten ­
  von  Neuem  geöffnet  und  der  Inhalt  verrührt  und  ebenso  ein
drittes  Mal.  Nach  einer  Viertelstunde  ist  der  Syrup  fest.  Der  Apparat
wirkt  ganz  zufriedenstellend,  aber  seine  Bedienung  ist  etwas  umständlich,
auch  ist  er  ziemlich  theuer.
Der  Verfasser  hat  eine  vereinfachte  Maschine  hergestellt,  auf  deren
Einrichtung  ihn  die  Beobachtung  geführt  hatte,  dass  auch  die  concentrir  e
Kochsalzlösung  das  Eis  schmilzt  und  zwar,  sofern  sie  concentnrt  erhalten
wird,  unter  Erzeugung  derselben  niedrigen  Temperatur  wie  hei  dei
Einwirkung  von  festem  Salz  auf  Eis  *).  Die  Maschine  besteht  aus
folgenden  drei  Theilen:  einem  cylindnschen  Hafen  (kuhlgefass)  rni
Doppelwandung,  oben  ganz  offen,  ferner  einem  conischen  mecheinsatz
(Friergefäss),  von  etwa  halber  Weite,  bis  nahe  zum  Boden  herabgehend,
oben  mit  festverbundener  Deckplatte,  die  auf  dem  cylindrischen  Befass
ruht  und  kapselförmig,  dasselbe  fest  umschliesst,  während  die  Oeffnung  des
Einsatzes  selbst  unverschlossen  bleiben  kann;  endlich  drittens  einem
ringförmigen  siebartigen  Gefäss  (Salzbehälter),  welches  in  den  Zwischenraum ­
  zwischen  Hafen  und  Friergefäss  eingesenkt  wird  und  etwa  bis
zur  Mitte  herahreicht.  Der  Hafen  wird  bis  zur  Hälfte  mit  zerstossenem
  Eis  angefüllt,  dann  wird  eine  concentrirte  Salzlösung  eingegossen,
hierauf  das  mit  Salz  gefüllte  Siebgefäss  eingehängt  und  endlich  das
mit  dem  Syrup  zu  füllende  Friergefäss  eingedrückt,  welches  von  der
Kältemischung  bis  oben  berührt  wird.  Das  Eis  schmilzt  in  der  Kochsalzlösung; ­
  diese  sich  verdünnend  löst  wieder  Salz  aus  dem  Sieb  und  eiha  ,
sich  dadurch  nahe  gesättigt  und  in  ihrer  Wirkung  auf  das  Eis
ungeschwächt.  Die  Temperaturerniedrigung  durch  das  ganze  Geiass
ist  eine  gleichförmige,  eine  mechanische  Bewegung  der  Mischung  ne
nicht  statt.  Das  nothwendige  Verrühren  des  gefrierenden  Syrups  erfolgt ­
  inZwischenräumen  von  etwa  fünf  Minuten,  ohne  dass  man  an  der
Zusammensetzung  des  Apparats  dabei  das  Geringste  zu  ändern  braucht.
Die  Maschine  wird  von  C.  Beuttenmüller  &  Co.  in  Bretten  in  e  eganter
  Form  als  Tafelgeräth  hergestellt.  Neuerdings  wird  der  Apparat
in  etwas  grösserem  Maassstabe  auch  in  der  Parfümerie  verwendet
zum  Scheiden  der  fetten  Oele  vom  Spiritus.
Kältemischungen,  bei  denen  durch  Auflösung  von  Salzen  in  Hussigkeiten
  Temperaturerniedrigung  bewirkt  wird,  sind  in  den  letzten

1)  Meidinger,  Bad.  Gewerbz.  1872,  Beil.Nro.6;  Dingl.pol.  J.  CCIV,  409.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.