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Gruppe III. Chemische Industrie.
zu einem lohnenden Geschäft zu machen. — Das nächste Patent auf
eine Aether-Eismaschine wurde im Jahre 1856 an John Harris on von
Geelong in Victoria ertheilt; im September 1857 erhielt derselbe ein
Verbesserungspatent und nach dem letzteren ist die Maschine folgender-
maassen eingerichtet: Der Verdunstungsbehälter hat die Form eines
liegenden Röhrenkessels mit zahlreichen engen Röhren. Durch die
Röhren strömt unausgesetzt eine oben aufgepumpte concentrirte Kochsalz
lösung und zwar, da dieselben in drei Partien von oben nach unten
getheilt sind, im Zickzackweg nach unten. Die Aetherflüssigkeit strömt
aus dem Condensator in den Kessel ausserhalb der Röhren oben zu.
Die Kochsalzlösung gelangt aus dem Kessel in einen langen Kasten,
worin die zum Gefrieren eingehängten Gefässe mit Wasser (Eisbüchsen)
sich befinden, durchströmt denselben und wird durch die Pumpe in
den Kessel zurückgeschafft. Die Anordnung ist ganz rationell. Harrison
gab in seiner Patentbeschreibung an, dass er mittelst seiner Maschine
die Temperatur bis zu — 29° habe bringen können; als zweckmässigste
vom ökonomischen Standpunkt bezeichnet er jedoch eine solche von
— 2 bis — 5°; das Gefrieren geht zwar dann langsamer von Statten,
aber der Kraftaufwand der Maschine ist viel geringer und das Eis wird
durchsichtig wie das Natureis. — Ende des Jahres 1859 wurde in
Liverpool von Lawrence eine Fabrik zur Erzeugung künstlichen Eises
eingerichtet, die das Pfund Eis zu 1 •> Penny verkaufte. Dullo 4 ) und
Grüneberg 2 ) haben (letzterer mit Abbildungen) Berichte über dieselbe
gegeben. Mit einer Dampfmaschine von 15 Pferdekräften sollen
täglich 40 bis 60 Centner Eis hergestellt werden können. -— Im
Jahre 1860 beschrieb Laboulay 3 ) eine Aether-Eismaschine von
F. Carre in Paris. Bei derselben wirkte der verdunstende Aether
unmittelbar auf das zu gefrierende Wasser ein 4 ). Dieselbe wurde
übrigens von Carre bald aufgegeben, nachdem derselbe zur Aus
führung der viel wirksameren Ammoniakmaschine gelangt war. —
Im März des Jahres 1862 erhielt Dr. Siebe in Lambeth (London) eine
vervollkommnete Construction der Eismaschine für England patentirt.
Die allgemeine Anordnung ist die gleiche wie bei Harrison. Statt
des horizontalen wird jedoch ein verticaler Röhrenkessel angewendet.
Ferner finden sich Abänderungen an Luftpumpe und Kühler, die jedoch
das Princip nicht berühren; die Eisbüchsen sind derartig eingerichtet,
dass wenn die zuerst gefrierende, welche der Einströmung der kalten
Lösung zunächst ist, herausgenommen wird, die ganze Reihe sich vor
schiebt und die mit frischem Wasser gefüllte Büchse sich hinten einsetzen
lässt. — Von da an ist in der Literatur Siebe’s Name allein mit der
i) Dullo, Dingl. pol. J. CLVIII, 115. 2 ) Grüneberg, Pol. Centralbl.
1863, 656. 8 ) Laboulay, Bull. Soe. d’Enc. 1860, 129. 4 ) Diugl. pol. J.
CLVIII, 109.