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Full text: Deutschland auf der Wiener Weltausstellung 1873, Wiener Weltausstellung Heft 17

20 Deutschland auf der Wiener Weltausstellung 1873. 
der Landescommissionen, in den ersten Tagen des Mai Uebersichtcn 
über den Raumbedarf aus allen Staaten der Centralcommission vor. 
Um rascb eine Verständigung über Lage und Umfang der deut 
schen Ausstellungsräume zu erlangen, waren Namens der Central» 
Commission mit dem Beginn ihrer Arbeiten Bevollmächtigte nach Wien 
entsendet worden. Ihre Wünsche fanden bei dem Generaldirector bereit 
willigstes Entgegenkommen. Der deutschen Ausstellung wurden im 
Industriepalaste die an die Rotunde stossenden Theile der Hauptgallene 
und die nördlich davon die Rotunde umschliessenden Seitengallenen 
— ein Raum von etwa 8000 qm Bodenfläche —, ferner in der Ma 
schinenhalle in entsprechender Lage ein Raum von etwa 6300 qm 
Bodenfläche zugetheilt. Ueber die Räume der Kunsthalle blieb die Ent- 
schliessung zwar Vorbehalten, doch wurde die Gewährung einer Be 
hangfläche von 1700 qm schon damals zugesichert. Während die deut 
schen Staaten auf der ersten Londoner Ausstellung ungefähr 8200 qm, 
auf der letzten Ausstellung in Paris ungefähr 16 800 qm bedeckten 
Raumes eingenommen hatten, verfügte das neue Reich nunmehr, aus 
schliesslich der Räume für die Kunst, über etwa 14 300 qm. 
Im Allgemeinen war bei der Vertheilung der Ausstellungsräume 
davon ausgegangen, dass England, Frankreich und Deutschland eine 
gleiche Bodenfläche, etwa von der auf der letzten Pariser Ausstellung 
von den deutschen Staaten zusammen ausgenutzten Grösse, erhalten 
und die übrigen Länder nach dem Umfange der Zusendungen berück 
sichtigt werden sollten, welche der Standpunkt ihrer gewerblichen 
Entwickelung erwarten liess. Nur Oesterreichs Ausstellung sollte eine 
ausnahmsweise Berücksichtigung finden. 
Bis zur letzten Pariser Ausstellung hatte' auf den internationalen 
Ausstellungen der unternehmende Staat stets mehr als die Hälfte des 
Gesammtraumes seinen eigenen Ausstellern Vorbehalten, so dass die 
fremdländische Betheiligung in unverhältnissmässiger Weise zurück 
gedrängt wurde. Auf der letzten Pariser Ausstellung trat Frankreich 
zwar von diesem Anspruch zurück, behielt indessen, indem es dem Aus 
lande die grössere Hälfte des Ausstellungsraumes überliess, für die 
eigene Ausstellung noch immer einen sehr überwiegenden Raumantheil 
vor. Erst auf der Wiener Ausstellung wurde ein angemesseneres Ver- 
hältniss hergestellt, die an sich berechtigte Bevorzugung des eigenen 
Landes auf einen sachgemässen Umfang beschränkt und eine gleich- 
mässigere, ihrer wirklichen Bedeutung entsprechende Vertretung der 
übrigen Nationen ermöglicht.
	        
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