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Full text : Deutschland auf der Wiener Weltausstellung 1873, Wiener Weltausstellung Heft 17

24  Deutsch!and  auf  der  Wiener  Weltausstellung  1873.
Gesammtraum  umfasste  eine  Bodenfläche  von  rund  36  000  qm.  In  der
räumlichen  Ausdehnung  seiner  Ausstellung  trat  Deutschland  dadurch
unter  den  betheiligten  Nationen  in  die  erste  Stelle  hinter  Oesterreich  ein.

11.
Von  allen  Theilen  der  Ausstellung  wurde  der  Bau  der  Kunsthalle
und  die  Vertheilung  ihrer  Räume  zuletzt  in  Angriff  genommen.  Bereits ­
  ,m  Juli  1872  befand  sich  die  Centralcommission  im  Besitze  der
Anmeldungen  für  die  Kunstausstellung;  aber  sie  war  ausser  Stande,
über  die  Zulassung  der  angemeldeten  Werke  Entscheidung  zu  treffen
so  lange  für  sie  selbst  über  die  Grösse  der  verfügbaren  Räume  noch
Ungewissheit  bestand.  Trotz  wiederholter  Bemühungen  verging  das
Jahr,  ohne  dass  diese  Ungewissheit  behoben  wurde.  Erst  im  Januar
Ö73  gelang  es  den  persönlichen  Bemühungen  nach  Wien  entsendeter
BevoHniachfagten,  Mitteilungen  zu  erhalten,  welche  die  Lage  klärten.
Wahrend  die  Centralcommission  in  dem  Inhalt  derselben  eine  Erfüllung
der  ihr  früher  erteilten  Zusagen  nicht  zu  erblicken  vermochte,  erachtete ­
  sich  der  Generaldirector  der  Ausstellung  dadurch  als  der’eingegangenen ­
  Verpflichtungen  entledigt.  Wie  dem  auch  war,  diese
Frage  trat  in  den  Hintergrund,  als  man  sich  überzeugte,  dass  der  für
Deutschland  ausersehene  Raum  den  Bedürfnissen  der  deutschen  Künstler ­
  bei  Weitem  nicht  genüge,  und  als  sich  gleichzeitig  ergab,  dass  er
in  Grosse  und  Lage  dem  der  französischen  Kunst  gewährten  Raume
nicht  gleichstehe.  Genährt  durch  die  lange  Ungewissheit  brach  plötzlich ­
  in  den  deutschen  Künstlerkreisen  eine  heftige  Verstimmung  hervor ­
  und  drohte,  die  ganze  Kunstausstellung  Deutschlands  zum  Scheitern ­
  zu  bringen.  Nur  schwer  gelang  es,  durch  die  Vermittelung  von
Delegirten  der  deutschen  Künstlervereine,  welche  die  Centralcommission
zu  ihren  Berathungen  zuzog,  die  aufgeregte  Stimmung  zu  beruhigen
auf  der  anderen  Seite  aber  auch  in  Wien  eine  dem  deutschen  Standpunkte ­
  sich  nähernde  Auffassung  zur  Geltung  zu  bringen.  Durch  die
eifrigen  und  uneigennützigen  Bemühungen  des  Wiener  Zweigvereines
der  deutschen  Kunstgenossenschaft  gefördert,  kam  gegen  Ende  Februar
eine  Vereinbarung  zu  Stande,  welche,  was  Lage  und  Raum  betraf,  der
Kunst  Deutschlands  und  Frankreichs  die  Gleichstellung  sicherte  Für
Deutschland  wurde  dadurch  eine  Behangfläche  von  etwa  2500  qm  gewonnen.
  ^  ö

12.
y  .nnUilter  den  Anmeldungen  zur  Ausstellung  befanden  sich  viele,  deren
nhalt  niQhtlangethan  war,  eine  würdige  Vertretung  der  deutschen  Arkonnten
  nur  beitragen,  den  Raum  zu  beschränken,
            
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