MAK

Full text: Deutschland auf der Wiener Weltausstellung 1873, Wiener Weltausstellung Heft 17

26 DeutschIand auf der Wiener Weltausstellung 1873. 
zendere Schaustellungen die Mittel zu gewinnen, um die besuchende 
Menge wirksamer an die Ausstellung Deutschlands zu fesseln, so durfte 
mit Recht das Interesse des einzelnen Ausstellers gegen das grössere 
Interesse des Ganzen zurückgestellt werden, mochte daraus immerhin 
lur die eine oder andere grössere Firma eine besondere, den übrigen 
Ausstellern empfindliche Begünstigung entspringen. Stets erschien 
doch diese Begünstigung durch die Bedingungen, unter welchen sie 
gewählt war, dem Ganzen wieder dienstbar gemacht. 
Schon bei dem Empfange der ersten Uebersichten über die ange 
meldeten Raumansprüche hatte man sich von der Nothwendigkeit über 
zeugt, das in den Anmeldungen enthaltene Material einer sorgfältigen 
Sichtung zu unterwerfen. Die Arbeit wurde zunächst von den Landes- 
commissionen ausgeführt und das Ergqfrniss ihrer Prüfung bis Mitte 
Juni 1872 in übereinstimmender Form der Centralcommission vorge 
legt, Auf Grund dieser Vorlagen fand im Schoosse der Centralcommis- 
sion eine weitere Prüfung statt, welche insbesondere auch eine billige 
Ausgleichung zwischen den Ergebnissen der von den verschiedenen 
Landescommissionen vielfach nach verschiedenen Gesichtspunkten vor 
genommenen Prüfung bezweckte. Die Arbeiten der Landescommissionen 
wie auch der Centralcommission hatten eine gehr beträchtliche Kür 
zung des von den einzelnen Ausstellern in Anspruch genommenen 
Ausstellungsraumes zur Folge. 
So waren alle Vorbereitungen getroffen, um den Raum der Aus 
stellung nach einem festen Maassstabe vertheilen zu können, als end 
lich die Entscheidung über den Umfang der deutschen Ausstellungs 
räume fiel. Gleich darauf wurde mit der Vertheilung der Boden- und 
Wandflächen unter die Aussteller der einzelnen Gruppen begonnen. 
Das Ergebniss wurde, nach einzelnen Gruppen in Uebersichten zusam 
mengestellt, mit näheren Erläuterungen den Landescommissionen zu 
gefertigt, um danach die Aussteller zu benachrichtigen. Den Landes- 
commissionen hatte man dabei eine gewisse Freiheit gewährt, die 
Raumvertheilnng für ihre Landesangehörigen innerhalb der einzelnen 
Gruppen durch Kürzung und Austausch den wirklichen Verhältnissen 
entsprechender zu gestalten. 
Die ganze Arbeit hatte sich freilich einstweilen noch darauf be 
sohl änken müssen, in bestimmten Maassen den rechnungsmässigen An- 
theil zu bezeichnen, welcher jedem Aussteller an den deutschen Räu 
men zugewiesen war. Nun erst konnte es sich darum handeln, im 
Anhalt an die so erhaltene Theilung Dispositionspläne für die einzelnen 
Gruppen zu entwerfen, aus welchen der wirkliche Platz der Aussteller 
nach Lage und Gestalt sich ergab. Die Ergebnisse jener Arbeit konn 
ten aber auch ferner noch nicht die Bedeutung haben, dass daraus für 
den einzelnen Aussteller ein endgiltiger Anspruch auf einen Raum von 
der vorläufig ihm zugewiesenen Grösse entstand. Der Rücktritt von
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.