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Full text : Deutschland auf der Wiener Weltausstellung 1873, Wiener Weltausstellung Heft 17

Deutschland  auf  der  Wiener  Weltausstellung  1873.  57
der  Dauer  der  Ausstellung  mit.  Insbesondere  war  ihnen  die  Aufsicht
über  die  Reinigungsarbeiten,  für  welche  ein  zahlreiches  Personal  im
festen  Lohne  der  Commission  stand,  übertragen.  Mit  den  schätzbarsten ­
  Diensten  standen  sie  der  deutschen  Ausstellungscommission  bei
der  Besichtigung  der  Ausstellungsgegenstände  durch  die  Preisrichter
zur  Seite.  Vermöge  ihrer  technischen  Kenntnisse,  ihrer  Waarenkunde
und  ihrer  genauen  Orientirung  über  die  Verhältnisse  der  einzelnen  Aussteller ­
  bildeten  sie  für  die  Jury  die  trefflichsten  Wegweiser  und  zugleich ­
  die  eifrigsten  Anwälte  der  Aussteller.
Es  liegt  in  den  eigenthümlichen  Verhältnissen  der  Ausstellungen,
dass  Aufgabe  und  Geschäftskreis  der  verschiedenen  Organe  nicht  überall
so  genau  zu  begrenzen  sind,  wie  zu  einer  ruhigen,  vor  Keibungen  gesicherten ­
  Arbeit  des  ganzen  Verwaltungsapparates  gehört.  Vieles  muss
hier,  wo  rasches,  bestimmtes  Eingreifen  vor  Allem  Bedingung  des  Gelingens ­
  ist,  einem  tactvollen  Verhalten  und  gegenseitiger  dienstwilliger
•Unterstützung  der  verschiedenen  Organe  überlassen  bleiben.  Und  da
die  Verkettung  der  Interessen  und  Aufgaben  nirgendwo  mehr  wie  in
demjenigen  Arbeitskreise  zu  Tage  treten  konnte,  in  welchem  die  gedachten ­
  beiden  Beamtenkategorien  zu  wirken  berufen  waren,  so  durfte
es  nicht  Wunder  nehmen,  wenn  sich  zwischen  ihnen  Anlass  zu  manchen ­
  Misshelligkeiten  ergab.  Wird  man  deshalb  einräumen  müssen,
dass  in  der  Art  und  Weise,  wie  hier  die  Geschäfte  nach  ihrer  administrativen ­
  und  kaufmännischen  Seite  an  verschiedene  Organe  vertheilt
waren,  ein  Missgriff  lag,  so  ist  mit  diesem  Geständniss  noch  immer
nicht  die  Schwierigkeit  der  Frage  gehoben,  wie  den  betheiligten  Interessen ­
  nach  beiden  Seiten  hin  gerecht  zu  werden  sei.  Diese  Schwierigkeit ­
  wird  bleiben,  so  lange  das  Dasein  zahlreicher,  den  Anforderungen
der  Sache  eigentlich  nicht  gewachsener  Aussteller  der  Verwaltung  die
widerspruchsvolle  Aufgabe  stellt,  neben  der  Wahrung  der  allgemeinen
Interessen  auch  den  privaten  Bedürfnissen  dieser  kleinen  Theilnehmer
ihre  Fürsorge  zuzuwenden.

21.
Der  Werth  der  Güter,  welche  Deutschland  zur  Ausstellung  sandte,
wul -de  —  ungerechnet  die  Baulichkeiten,  die  Ausstellungsbehälter  und
die  Decoration  der  Räume  —  auf  mehr  als  zehn  Millionen  Mark  geschätzt. ­
  Schon  der  Transport  dieser  werthvollen  Gütermasse  in  einer
allen  Eisenbahnverkehr  ungewöhnlich  belastenden  Zeit,  mehr  aber  noch
ihr  Standort  in  den  leicht  gebauten,  mit  brennbaren  Stoffen  meist
überfüllten  Ausstellungsgebäuden  brachte  grosse  Gefahren  mit  sich.
Die  Fährlichkeiten  des  Transportes  kamen  indessen  für  die  deutsche
Ausstellungsverwaltung  nicht  weiter  in  Frage,  da  nicht  sie,  sondern
            
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