MAK

Full text: Deutschland auf der Wiener Weltausstellung 1873, Wiener Weltausstellung Heft 17

Deutschland auf der Wiener Weltausstellung 1873. 59 
Sicherung unbedingt und der Art, dass im Schadensfälle eine soge 
nannte Selbstversicherung nicht berechnet wurde. Jede Gesellschaft 
war an der Haftung mit einer bestimmten Summe betheiligt und musste 
für etwaige Schäden nach dem Verhältnisse dieser Summe zu der Ge- 
sammthöhe der Versicherung aufkommen. Der Werthberechnung im 
Falle eines Brandes sollten die in den Versendungspapieren angegebe 
nen Werthe der beschädigten Güter zu Grunde gelegt werden. Die 
Prämie war auf 3 Proc., also auf 90 000 Emk. festgesetzt; so ungewöhn 
lich ihre Höhe erscheinen musste, war es doch nur schwer gelungen, 
die anfänglichen Forderungen bis dahin zu ermässigen. 
Von einer Versicherung der Ausstellungsbauten hatte die Central 
commission abgesehen. Es entschied die Erwägung, dass, trotz der 
hohen Kosten der Errichtung, ihr Werth für den Abbruch nur'gering 
war und dass nur dieser für eine Versicherung in Betracht kommen 
konnte, da nach einer etwaigen Zerstörung durch Feuer auf eine Wie 
derherstellung unbedingt hätte verzichtet werden müssen. 
Alle feuerpolizeilichen Anstalten waren, wie sich später erwies, 
von der Generaldirection so sorgfältig getroffen und durchgeführt, dass 
die Ausstellung, ihres Umfanges ungeachtet, weniger als ihre Vorgän 
gerinnen von der Beunruhigung durch Feuersgefahr zu leiden hatte. 
Der schwerste Brandschaden, welcher sie traf, hat gerade die deutsche 
Abtheilung heimgesucht. In der Nacht vom 1. zum 2. August brach 
in den Nebenräumen einer, mit der Ausstellung der land- und forst- 
wirthsehaftlichen Erzeugnisse von Eisass - Lothringen verbundenen 
Wirthschaft ein Feuer aus, welches in kurzer Zeit mit jenen Neben- 
räumen auch diese Ausstellung in Asche legte. Den angestrengten 
"Bemühungen gelang es, den Brand frühzeitig genug zu ersticken, um 
ihn der Gewalt eines plötzlich eingetretenen Sturmes zu entziehen, 
dem alle Hilfe machtlos gegenüber gestanden hätte. Der Ersatz des 
den Ausstellern erwachsenen Schadens wurde von den Versicherungs 
gesellschaften in der entgegenkommendsten Weise geregelt. 
Installation. 
22. 
Die Vorbereitung der Ausstellung schliesst mit der Installation 
ab. Der letzte Theil des mühsamen Werkes umfasst in ebenso schwe 
ren wie langwierigen Aufgaben: die vorläufige Stapelung der eingelau 
fenen Güter, das Anspacken und Anordnen der Waaren, die Unter 
bringung des Verpackungsmaterials. Ihre zeitige Vollendung ist von 
besonderer Wichtigkeit, weil sie über den Ruf der Ausstellung vorerst 
zu entscheiden pflegt; denn das mehr oder weniger fertige Bild der
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.