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Full text: Deutschland auf der Wiener Weltausstellung 1873, Wiener Weltausstellung Heft 17

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Deutschland auf der Wiener Weltausstellung 1873. 63 
heit hervortritt. In Ermangelung anderer Mittel, die unwillkommenen 
Anordnungen der Commission zu brechen, strebte der Einzelne, bald 
durch List, bald durch Ueberraschung seinen Vortheil zu wahren, auf 
seine Nachbarn den Kampf übertragend, den er gegen die Commission 
vergeblich versuchte. Ip dem wirren Getriebe der Geschäfte waren die 
Beamten der Commission nicht immer in der Lage, früh genug hier 
einzugreifen. Oft war dann später selbst berechtigten Beschwerden 
nicht völlig mehr abzuhelfen, die vorgerückte Zeit nöthigte den Ihat- 
sachen Rechnung zu tragen und anderweit nach einigem Ausgleich zu 
suchen. So nahm die Arbeit unter allseitigem Zürnen und Streiten 
bis zur Eröffnung der Ausstellung hin ihren mühsamen, schleppen 
den Gang. 
24. 
Die Anordnungen für die Fortschaffung und Aufbewahrung der 
Kisten und des sonstigen Verpackungsmateriales waren in ihren Grund 
zügen umsichtiger und zweckmässiger, als auf früheren Ausstellungen 
getroffen. Doch wie in anderen Einrichtungen wurde leider auch hier 
in der Durchführung der gesunden Idee so vielfach gefehlt, dass deren 
Trefflichkeit grossentheils nicht zur Geltung gelangte. Durch Ver 
mittelung einer Handelsgesellschaft hatte die Generaldirection in der 
Nähe des Ansstellungsplatzes für die Unterbringung des Verpackungs 
materiales Schuppen errichten lassen, welche durch Schienenstränge 
mit den Gleisen der Ausstellung in Verbindung gebracht waren. Die 
Beamten der Gesellschaft übernahmen von den Organen der einzelnen 
Commissionen die Materialien und stapelten sie bis zum Schlüsse der 
Ausstellung auf. Für den benutzten Raum wurde nach einem von der 
Generaldirection genehmigten, verhältnissmässig hohen Tarif eine Ver 
gütung gezahlt. 
Für die deutsche Ausstellung war die Aufbewahrung des Ver 
packungsmateriales Sache des Reiches. Nur so schien es möglich, den 
Transport der zahllosen Kisten von und zu der Ausstellung einheitlich 
zu organisiren, Ueberforderungen zu verhüten und die Aufbewahrung 
selbst in befriedigender Weise zu ordnen. Statt das Material im Ein 
zelnen und stückweise zur Lagerung zu übergeben, zog die Ausstellungs 
commission vor, eine grössere Zahl von Schuppen im Ganzen zu mie- 
then und die Magazinirung unter Mitwirkung ihrer eigenen Beamten 
so einzurichten, dass eine möglichst einfache Und schleunige Abwicke 
lung für den Rücktransport gesichert war. Nicht nur um die Kosten 
der Lagerung möglichst zu verringern, sondern auch um einen grossen 
Theil des Materiales am Schlüsse der Ausstellung sofort zur Hand zu 
haben, wurden ausserdem die hohen, kellerartigen Räume, welche ver 
möge der Construction der grossen Erweiterungshallen unter deren
	        
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