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Full text : Deutschland auf der Wiener Weltausstellung 1873, Wiener Weltausstellung Heft 17

Deutschland  auf  der  Wiener  Weltausstellung  1873.  81
Die  Vorbereitungen  hatten  die  deutsche  Ausstellungscommission  seit
Wochen  beschäftigt.  Die  Verpackung  der  Waaren  wurde  in  ähnlicher
Weise  wie  bei  Beginn  der  Ausstellung  ihre  Anordnung  geregelt.  Im
Allgemeinen  stand  die  Commission  dafür  ein,  ohne  indess  für  Schäden
eine  Verantwortlichkeit  zu  tragen.  Den  Ausstellern  blieb  es  anheimgegeben, ­
  bei  der  Verpackung  sich  zu  betheiligen  oder  sie  ganz  zu  übernehmen; ­
  für  Waaren,  deren  Behandlung  besondere  Schwierigkeiten  bot,
lehnte  die  Commission  die  Verpackung  ausdrücklich  ab.  Soweit  die
Aussteller  an  den  Arbeiten  betheiligt  waren,  ging  ihnen  von  deren  Beginn ­
  amtliche  Nachricht  zu.  Die  mühsame  Leitung  sämmtlicher  Räumungsarbeiten ­
  war  einem  Mitgliede  der  Commission,  dem  nunmehrigen
Geheimen  Regierungsrath  Fink,  übertragen.  Zu  seiner  Unterstützung
traten  die  technischen  Büreaux  und  für  bestimmte  Abschnitte  des  Ausstellungsfeldes ­
  die  gegen  Ende  der  Ausstellung  neuberufenen  Mitglieder
der  Commission  in  Thätigkeit.  Wie  bei  der  Einrichtung  der  Ausstellung ­
  erwies  sich  auch  jetzt  wieder  die  Annahme  eines  eigenen  Ai’beitercorps
  als  erforderlich.
Bei  der  Heranschaffung  der  aufgestapelten  Verpackungsmaterialien
wie  bei  der  Abfuhr  der  verpackten  Güter  ging  unter  dem  Drängen  der
Geschäfte  die  von  der  Generaldirection  mit  bestem  Willen,  aber  mit
unzureichenden  Mitteln  erstrebte  Ordnung  sehr  bald  zu  Grunde  und
alle  die  Scenen  gegenseitiger  Befehdung,  plötzlicher  Stockung  bald  des
Verkehres,  bald  der  Arbeiten,  unter  welchen  die  Installation  gelitten
hatte,  mussten  nun  eine  leidige  Wiederholung  erfahren.  Hier  kam  es
der  deutschen  Commission  ganz  besonders  zu  Statten,  dass  sie  über
einen  Theil  ihres  Verpackungsmaterials,  welcher  unter  den  deutschen
Ergänzungsbauten  untergebracht  war,  ohne  Weiteres  zu  verfügen  vermochte. ­
  Auch  aus  der  Trennung  der  verschiedenen  Ausstellungsräume,
die  während  der  Dauer  der  Ausstellung  so  vielfach  als  ein  Uebelstand
war  empfunden  worden,  ergaben  sich  manche  Vortheile;  ohne  gegenseitige ­
  Störung  der  Arbeiten  konnte  nun  in  den  verschiedenen  Gebäuden ­
  die  Verpackung  und  Wegschaffung  der  Güter  zu  gleicher  Zeit
unternommen  und  um  so  rascher  gefördert  werden.
Die  Abfertigung  der  Güter  musste  wiederum  durch  das  von  der
Generaldirection  eingesetzte  Güterexpeditionsbüreau  vermittelt  werden,
das  in  seiner  Thätigkeit  freilich  nicht  viel  glücklicher  war,  als  die  vor
Eröffnung  der  Ausstellung  für  den  Güterempfang  errichtete  Behörde.
Die  Zollabfertigung  erfolgte,  unter  dankenswerther  Liberalität  der
österreichischen  Verwaltung,  im  Verein  mit  den  deutscherseits  dafür
bestimmten  Beamten.
In  diesem  Wege  abgefertigt,  konnten  die  Waaren  ohne  Verzug
das  österreichische  Gebiet  sowie  die  deutsche  Grenze  passiren  und  nach
deren  Ueberschreitung  je  nach  Wunsch  sofort  oder  erst  an  ihrem  Bestimmungsorte ­
  ohne  weitere  Revision  in  den  freien  Verkehr  gesetzt
Wiener  Weltausstellung.  yj
            
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