82 Deutschland auf der Wiener Weltausstellung 1873.
werden. Wo andere Anordnungen nicht getroffen waren, wurden sie
an die Empfangstelle zurückgewiesen, von welcher sie ausgelaufen
waren; sie trugen in diesem Falle nach der mit den deutschen Eisen
bahnverwaltungen getroffenen Vereinbarung nur die Hälfte der tarif-
massigen Fracht.
Es glückte, bis zum Jahresschlüsse die Ausstellung von deutschem
Gut im Wesentlichen zu räumen. Bis d%hin waren aus der deutschen
Ahtheilung ungefähr 117 250 Ctr. befördert und zwar 10 469 Ctr. mit
telst Strassenfuhrwerks, 106 781 Ctr. — auf 928 Wagen — durch die
Eisenbahn. Die Zahlen beleuchten den Umfang der Geschäfte, welche
*die Commission im Laufe zweier Monate bewältigen musste. A r on der
gesammten Ausfuhr gingen etwa 12 000 Ctr. an andere als deutsche
Adressen zurück, wurden also unmittelbar in das Ausland abgesetzt.
Mit der Wegschaffung der Güter sollte die Beseitigung der Aus
stellungsbehälter Hand in Hand gehen; allein die Mühe, für die nur
den grossartigen Verhältnissen der Ausstellungsräume angepassten Mo
bilien einen Abnehmer zu finden, schuf hier manche Verlegenheit. Erst
spät und nur unter grossen Opfern gelang es, des gewaltigen Materials
sich zu entledigen.
Die für die deutsche Ausstellung errichteten Erweiterungsbauten
unterlagen einem verschiedenen Schicksal. Die einfachen Schuppen-
banten waren von vornherein der Verfügung der Unternehmer für den
Schluss der Ausstellung überlassen worden. Die übrigen Gebäude hatte
die Centralcommission zu Eigenthum übernommen, vorbehaltlich des
Rechts, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt vor Schluss der Ausstellung
sie dem Unternehmer gegen einen, auf die Bausumme anzurechnenden,
allerdings sehr niedrigen Preis wieder zurückzugewähren. Dies musste
denn auch geschehen, da alle Versuche, einen günstigeren Erlös zu er
zielen, unter den gedrückten Verhältnissen jener Zeit vergeblich blie
ben. Damit fiel dem Unternehmer der Abbruch der Bauten zu. Nur
die zierlichen Pavillons in den deutschen Gärten an der Rotunde wur
den anderweit veräussert.
Der Gang der Geschäfte gestattete bereits im Laufe des December
den Haupttheil der Arbeiter und der Aufsichtsbeamten zu entlassen.
Auch die Mitglieder der Commission schieden theilweise noch vor
Jahresschluss aus. Um die Mitte Januar 1874 konnte die deutsche
Ausstellungscommission, nach fast einjährigem, wechselvollem Bestehen
ihre Thätigkeit schliessen.