Deutschland auf der Wiener Weltausstellung 1873. 89
Formgebung und Ausstattung seiner Erzeugnisse weit hinter den
jenigen Nachbarländern zurück, die ihm auf dem Weltmärkte haupt
sächlich gegenübertraten. Waren nun auch schon seit der letzten Pa
riser Ausstellung die Gewissen geweckt, so gelangte doch erst in
Wien das Gefühl von der Bedeutung des Versäumten und die Ueber-
zeugung zu allgemeinem Durchbruch, dass nur durch kräftige und
ausdauernde Bemühungen des gesammten Gewerböstandes eine wür
dige Stellung wieder zu erringen sei.
Jetzt werden aus allen diesen Wahrnehmungen von den Lehrstüh
len herab, in den Werkstätten, auf den Stätten des Handels und von
der politischen Tribüne die Folgerungen für die praktische Arbeit ge
zogen. Wenn die Nothwendigkeit einer Besserung nach den ange
deuteten Richtungen im frischen Bewusstsein des Volkes bleibt, wenn
dieses Bewusstsein die Energie des Gewerbestandes dauernd belebt,
dann sind die in Wien gebrachten Opfer nicht vergeblich gewesen.
Einstens mag dann die Wiener Ausstellung für den Gewerbfleiss Deutsch
lands als Markstein einer glücklichen Entwickelung gelten.
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