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Full text: Holz-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 18

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I. Die Erzeugnisse der Möbeltischlerei etc. 
zwei Schränke zu Seiten eines grossen, leeren Mittelfaches, in dem man 
die Motivirung durch einen niedrig angebrachten Bort vermisst; Kühl 
hecken, Flaschengefässe müssten hier auf dem Boden des Zimmers stehen. 
Die Rückwand des Obertheiles besteht aus einem niedrigen Getäfel, 
dessen schweres Gesims zwei Drittel so hoch ist, wie letzteres selbst; 
darüber, dem Mittelfach entsprechend, ein gebrochener Dreiecksgiebel, 
dessen Mittelverzierung eine winzige Statuette trägt, der einzige Ort, 
ausser der Platte, auf den sich etwa ein Schaugeräth stellen Hesse. 
W. Walker hatte ein mit hervorragender Sorgfalt ausgeführtes 
Mobiliar eines Ankleidezimmers ausgestellt. Die Gesammtwirkung der 
einzelnen Stücke war die einer freundlichen, frischen Sauberkeit. Ein 
ins Weissliche schimmerndes Atlasholz überzog aufs Beste die Anssen- 
seite sämmtlicher Möbel, in den Gliederungen waren angemessene Or 
namente von zarten, doch entschieden wirkenden Farben eingelegt, 
z. B. Blattreihen aus grün gefärbtem Elfenbein, auf den Elächen aber 
grosse Arabeskenfüllstücke aus naturfarbenem Elfenbein mit roth aus 
geriebener Gravirung. Letztere Einlagen insofern ein entschiedener 
Missgriff, als die kostbare Technik für die Wirkung fast völlig verloren 
ging, da das Elfenbein sich schon bei geringer Entfernung vom Atlas 
holz nicht mit hinreichender Deutlichkeit abhob. Auch trat in plumper 
Zuthat von hocherhaben geschnitzten Medaillons und Köpfen aus Elfen 
bein auf Cartouchen und Buckeln der Füllstücke ein Uebriges von 
Geschmacksverirrung zu Tage. 
Deal & Son waren durch ein Schlafstubenmobiliar vertreten; 
auch dieses von Atlasholz mit vertieft geschnittenen — gravirten — 
und vergoldeten Ornamenten; eine saubere Arbeit, deren Neo-gtec-Foi- 
men nur allzusehr daran erinnerten, dass dieses Möbel schon auf der 
Weltausstellung von 1867 zu sehen war. 
Auch Holland & Sons boten einen schon vor 11 Jahren in Lon 
don ausgestellten runden Tisch mit kostbarer eingelegter Arbeit noch 
mals aus. Ihr schon besprochener Bücherschrank (S. 375) war ein der 
Würde der englischen Möbelausstellung unangemessenes Stück. Ein 
Salonschränkchen und ein Tisch mit metallbeschlagenen Gliederungen 
und eingelegten Füllstücken aus bunt gefärbten, theilweis durch Bren 
nen schattirten Hölzern im Stile Louis XVI. waren löbliche Leistungen 
in französirender Richtung. 
Collinson & Lock hatten in einem gesonderten Compartiment 
eine Anzahl eigenartiger Möbel vereinigt, meist solcher, welche be 
stimmt sind, im Cabinet eines Liebhabers als Bewahrer oder Schau 
träger kostbarer Gefässe oder Geräthe zu dienen. Eines derselben 
haben wir Seite 411 beschrieben. An einem anderen war die brillan 
teste Wirkung dadurch erzielt worden, dass sämmtliche grössere Fül 
lungen durch Rahmenwerk in kleinere Felder zerlegt und in diese von
	        
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