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Gruppe VIII. Holz-Industrie.
lerei betrieben, batten sechs die Ausstellung beschickt. Keine ihrer
Leistungen verdient nähere Erwähnung. P. Dalin und C. Rambach,
beide aus Stockholm, mögen, der erstere mit einem schwarzen Schrank
der andere mit einem Lehnstuhl aus Eichenholz, das durch Liegen im
eeresgrund schwarz geworden, als Belege für die Seite 379 erwähn
ten nationalen Spielereien hier genannt werden.
Zu bedauern war, dass die Hausindustrie, welche nach den von
i)r. Elis Sidenbladh (Secretair des königlich schwedischen statisti
schen Centralbureaus) trefflich redigirten statistischen Mittheilungen
es schwedischen Specialkataloges fast überall im Lande auch die Tisch
lerei betreibt, mit Möbelarbeiten gar nicht vertreten war. Besonders
vermisst wurden die Stühle, welche im Kirchspiel Oester-Vala im Län
Westmanland, und die Möbeln aller Art, welche im Kirchspiel Lindome
in Goteborg- und Bohus-Län gemacht worden. Nachdem in der neue
sten Zeit von Russland Modelle zu reich ausgeschnitzten, dort belieb
ten Stühlen emgesandt sind, hofft man in Schweden auf eine bedeu
tende Entwickelung der Ausfuhr von Yala- Stühlen. Das Holz zu die
sen Stühlen, sowie im Allgemeinen zu allen besseren Möbeln, welche ,
die Landleute für sich selbst oder zum Verkaufe anfertigen, ist birke-
nes; doch wird auch viel föhrenes oder tannenes angewendet. Für die
feineren Möbel der handwerklich geschulten Tischler ist Nussholz jetzt
das beliebteste Material (man vergl. das S. 396 im Allgemeinen Be
merkte), welches das Mahagoni schon sehr verdrängt hat. Ein Theil
des Nussholzes wird in Schweden selbst gewonnen, da der Wallnuss-
baum in Gotland und den südlichsten Theilen Schwedens gedeiht.
Von den wenigen norwegischen Möbeln verdient der von C. Kle-
metsen in Christiania als „Meisterstück“ gearbeitete Schreibtisch
von polirtem Nussholz mit eingelegten schwarzen und lichtgelben Linien
als ein bei aller Einfachheit hübsches und zweckmässiges Stück lobende
Erwähnung. Die königliche Domaine Ladegaardsöen bei Christiania
hatte einen vom Tischler C. Hansen Finstad in Urskong gearbeite
ten „patentirten“ (!) norwegischen Buffetstuhl ausgestellt, bei dem der
Witz, auf den sich dem Anscheine nach das Patent bezog, darin be
ruhte, dass man, rittlings auf dem Stuhle sitzend, ein Seidel und allen
falls ein Teilerchen auf ein Brettchen der Lehne stellen konnte.
Eie Schweiz war in der Möbeltischlerei sehr ungenügend ver
treten. Das einzige Stück von wirklichem Werthe hatte Jos. Mump-
recht, Schnitzler und Ebenist in Bern, zur Ausstellung gebracht-
einen dreithürigen Waffenschrank aus matt gewichstem Nussbaum im
Renaissancestil, von sorgfältiger Arbeit und guten Verhältnissen, nach
französischer Manier mit Einlagen dunklen Marmors an den gewöhn
lich für dieselben ersehenen Gliedern, in den Füllungen und an der
Bekrönung mit schön ausgeführtem Schnitzvverk. Von letzterem beson-