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Full text: Holz-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 18

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I. Die Erzeugnisse der Möbeltischlerei etc. 
höchst sauber verkröpft. Preis dieser Credenz 2000 fl., des zugehörigen 
Ausziehtisches nebst Brettern, von gleich trefflicher Arbeit mit entspre 
chend eingelegter Platte, 1850 fl. — An den Füllungen anderer Kasten 
möbel waren Zusammensetzungen etwa folgender Art von hübscher 
Wirkung: Das runde Mittelfeld von dunklem Nussbaummaser, um 
geben von einem Streifen Palisander und umrahmt von Leisten aus 
hellem Nussbaum; ebenso die vier an ihrer Innenecke kreisförmig aus-v 
geschnittenen Eckfelder; der Grund zwischen diesen Feldern und rings 
um dieselben wieder von Nussbaummaser; dies Alles umspannt von 
einem an den vier Ecken herausgekröpften Rahmen von Nussholzleisten; 
der flache Hauptrahmen endlich aus gelblichem Nussholz mit schräg 
laufenden Adern; das Eingerahmte gegen das Einrahmende zurück 
tretend, die Rahmenleisten von wirksamer Profilirung, anders bei den 
Feldern anderer Ordnung, kräftiger je nach deren Rang. — Ein Anderes: 
Das Mittelfeld dunkles Nussbaummaser, umfasst von Ebenholz und von 
einem Streifen Nussbaum mit querlaufenden Adern, umrahmt von schma 
ler Nussholzleiste, welche auf Palisandergrund liegt, den breite Leisten 
von dunklem Nussholz einrahmen, diese wieder der flache Hauptrahmen 
von lichtem Nussbaum. — Auch in schwarzen Möbeln und dergleichen 
mit eingelegten Messinglinien leistete Dübell Löbliches. Mehrere Stühle 
zeichneten sich durch neue Versuche der Lehnenbildung aus, darunter 
etliche von bemerkenswerther Eleganz nach Zeichnungen Hansen’s. 
Bernhard Ludwig hatte vollständige Einrichtungen eines Speise 
zimmers und einer Schlafstube in gesonderten Compartimenten und 
mit Geräthen und Drapirungen wohl versehen zur Aufstellung gebracht. 
Die erstere — Kaminmantel, Credenz, Tisch und 12 Sessel — zu 
5500 fl., die zweite — zwei Betten, Wasch-, Toiletten-, Nachttisch 
chen u. s. w. — zu 6000 fl. Bei beiden Mobiliaren hatte Ludwig 
eine weitere Entwickelung der auch von Dübell vertretenen Wiener 
Richtung angestrebt, sowohl mit schärferen Farbencontrasten der ver 
wendeten Fournierhölzer, wie mit durchgängiger Belebung der Flächen 
mittelst nur zweifarbiger aber durch den Contrast wirksamer Intarsia. 
Diese ist von flotter, gefälliger Zeichnung nach Arabeskenmotiven der 
italienischen Renaissance; siemaasst sich keine selbstständige Bedeutung 
an, ist durchweg bescheiden decorativ erfasst, eine höchst lobenswerthe 
Selbstbeschränkung, welche einen verheissungsvollen Blick auf gesun 
den Fortschritt eröffnet. Nicht auf gleicher Höhe standen die sparsam 
verwendeten Schnitzarbeiten, an denen, insbesondere den Capitälen, 
eine gewisse Dürftigkeit und Unbeholfenheit der plastischen Form auf 
fiel. Die 1 Gesammtformen der Möbel waren mit gutem Verständniss 
zweckentsprechend klar erfunden. Von der Verbindung der verschie 
denen Holzarten mag Nachstehendes ein Bild geben. 
Zunächst an den Kastenmöbeln des Speisezimmers. Das mittlere 
Feld der Füllung von Ebenholz mit eingelegten Ornamenten von hei-
	        
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