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Gruppe VIII. Holz - Industrie.
lern Nussbaum, hier und da markirt mit Buchsbaum; ein mit Ebenholz
linien markirtes Band von hellem Nussholz trennt dies Feld von einem
Rahmen aus schwarz gebeiztem Birnbaum, dessen weitest vorragendes
flaches Glied nach dem Beizen abgezogen ist und daher in seinem
natürlichen Gelb erscheint; diesen Rahmen umspannt ein zweiter ebenso
behandelter; zwischen beiden liegt eine schmale Fläche von dunklem
Nussholz; nach aussen stösst der zweite Birnbaumrahmen an helles
Nussholz, welches wiederum von Ebenholz umfasst wird. Die Basis
der Säulen besteht aus ebonisirtem Birnbaum, dessen Schwärze an
einzelnen flachen Gliedern zu Gunsten der natürlichen Farbe wie
der entfernt worden; in das helle Nussholz des (polirten) Schaftes
sind senkrechte, -die Cannelüren andeutende Streifen von Ebenholz ein
gelegt; ,das Capital ist aus hellem Nussholz geschnitzt. Tisch und
Stühle sind diesem völlig entsprechend behandelt, die Polsterung letz
terer mit grünem Corduanbezug.
Sodann an den Möbeln des Schlafzimmers. Die Wirkung ist hier
farbiger, da das Nussholz, welches den Grundton des ersterwähnten
Zimmers angiebt, fortgelassen ist, dafür rothes Amaranthholz, gelb
braunes , dunkeigestreiftes, sogenanntes Zebraholz und graugebeiztes
Ahornholz hinzutreten. Die Zusammensetzung ist folgende: Das mittlere
Feld der Füllung ist von Ebenholz mit eingelegten, durch Buchsbaum
markirten Ornamenten von grauem Ahorn; ein Ahornstreifen trennt
dasselbe von einem ersten Rahmen aus schwarzem Birnbaum mit ein
zelnen gelben Gliedern; die schmale Fläche zwischen diesem und dem
äusseren ebenso behandelten Rahmen besteht aus einem Amaranthholz-
doppelstreifen, der einen mit Buchsbaum liniirten Streifen grauen Ahorn
holzes zwischen sich fasst. Die Fläche rings um den zweiten Rahmen
ist von Zebraholz, dessen Streifen schräg laufen 1 ). Diesem entspre
chend sind auch die Pilaster der Schränke und die Bettstelle durch
geführt. In der Drapirung herrscht blaue Seide vor.
Nicht unerwähnt darf bleiben, dass Bernhard Ludwig unter
nommen hat, einen Theil der Gefangenen in der k. k. Strafanstalt
Suben für die Holzschnitzerei und Holz-Intarsia heranzubilden. Die
*) Gegenüber dem sehr beliebten schrägen Faserlauf der Fourniere auf
den Hauptrahmen dürfte einzuwenden sein, dass das Fournier auf solchen
wesentlichen Theilen der Construction doch nicht so rein decorativ aufzufassen
ist, wie dort, wo es in structiver Hinsicht indifferente Flächen überkleidet.
Man wird vielmehr von dem Fournier auf das von demselben verdeckte Holz
schliessen, in letzterem also einen Faserlauf vermuthen, welöher dem des
ersteren entspricht. Ein die Längsaxe der Rahmenstücke kreuzender Faser
lauf des zu denselben verwendeten Holzes wäre aber gesunder Technik durch
aus zuwider, wie denn kein Tischler so zugeschnittenes Holz zu unverklei
deten Rahmen fügen würde. Er würde stets den Faserlauf der Eängsrich-
tung des Rahmenstückes parallel laufen lassen, und dies sollte er auch, wenn
er letzteren fournirt, bedenken. j. b.