MAK

Full text: Holz-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 18

486 
Gruppe VIII. Holz - Industrie. 
lern Nussbaum, hier und da markirt mit Buchsbaum; ein mit Ebenholz 
linien markirtes Band von hellem Nussholz trennt dies Feld von einem 
Rahmen aus schwarz gebeiztem Birnbaum, dessen weitest vorragendes 
flaches Glied nach dem Beizen abgezogen ist und daher in seinem 
natürlichen Gelb erscheint; diesen Rahmen umspannt ein zweiter ebenso 
behandelter; zwischen beiden liegt eine schmale Fläche von dunklem 
Nussholz; nach aussen stösst der zweite Birnbaumrahmen an helles 
Nussholz, welches wiederum von Ebenholz umfasst wird. Die Basis 
der Säulen besteht aus ebonisirtem Birnbaum, dessen Schwärze an 
einzelnen flachen Gliedern zu Gunsten der natürlichen Farbe wie 
der entfernt worden; in das helle Nussholz des (polirten) Schaftes 
sind senkrechte, -die Cannelüren andeutende Streifen von Ebenholz ein 
gelegt; ,das Capital ist aus hellem Nussholz geschnitzt. Tisch und 
Stühle sind diesem völlig entsprechend behandelt, die Polsterung letz 
terer mit grünem Corduanbezug. 
Sodann an den Möbeln des Schlafzimmers. Die Wirkung ist hier 
farbiger, da das Nussholz, welches den Grundton des ersterwähnten 
Zimmers angiebt, fortgelassen ist, dafür rothes Amaranthholz, gelb 
braunes , dunkeigestreiftes, sogenanntes Zebraholz und graugebeiztes 
Ahornholz hinzutreten. Die Zusammensetzung ist folgende: Das mittlere 
Feld der Füllung ist von Ebenholz mit eingelegten, durch Buchsbaum 
markirten Ornamenten von grauem Ahorn; ein Ahornstreifen trennt 
dasselbe von einem ersten Rahmen aus schwarzem Birnbaum mit ein 
zelnen gelben Gliedern; die schmale Fläche zwischen diesem und dem 
äusseren ebenso behandelten Rahmen besteht aus einem Amaranthholz- 
doppelstreifen, der einen mit Buchsbaum liniirten Streifen grauen Ahorn 
holzes zwischen sich fasst. Die Fläche rings um den zweiten Rahmen 
ist von Zebraholz, dessen Streifen schräg laufen 1 ). Diesem entspre 
chend sind auch die Pilaster der Schränke und die Bettstelle durch 
geführt. In der Drapirung herrscht blaue Seide vor. 
Nicht unerwähnt darf bleiben, dass Bernhard Ludwig unter 
nommen hat, einen Theil der Gefangenen in der k. k. Strafanstalt 
Suben für die Holzschnitzerei und Holz-Intarsia heranzubilden. Die 
*) Gegenüber dem sehr beliebten schrägen Faserlauf der Fourniere auf 
den Hauptrahmen dürfte einzuwenden sein, dass das Fournier auf solchen 
wesentlichen Theilen der Construction doch nicht so rein decorativ aufzufassen 
ist, wie dort, wo es in structiver Hinsicht indifferente Flächen überkleidet. 
Man wird vielmehr von dem Fournier auf das von demselben verdeckte Holz 
schliessen, in letzterem also einen Faserlauf vermuthen, welöher dem des 
ersteren entspricht. Ein die Längsaxe der Rahmenstücke kreuzender Faser 
lauf des zu denselben verwendeten Holzes wäre aber gesunder Technik durch 
aus zuwider, wie denn kein Tischler so zugeschnittenes Holz zu unverklei 
deten Rahmen fügen würde. Er würde stets den Faserlauf der Eängsrich- 
tung des Rahmenstückes parallel laufen lassen, und dies sollte er auch, wenn 
er letzteren fournirt, bedenken. j. b.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.