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Gruppe VIII, Holz - Industrie.
Besser als Berlin, doch auch nicht in einem den thatsächlichen
Verhältnissen entsprechenden Umfang, war Hamburg vertreten.
Eine tüchtige und interessante Leistung waren H. 0. Wolbrand t’s
Bibliothekschrank, Schreibtisch und Schreibstuhl-, nach dem hntwuif
des Architekten Jordan in neugothisehem Stile. Waren diese Möbel
würdige Vertreter der gerühmten soliden Schreinertechnik der hamburgischen
Werkstätten; war die Behandlung des geschliffenen naturfarbenen
Nussholzes und die ornamentale Schnitzarbeit tadellos, so musste
anderseits der neugothische Stil zu Bedenken anregen. Wohl sind
ihm, wie er von Jordan virtuos gehandhabt wird, eine gefällige Eleganz
und ein Anbequemen an moderne Bedürfnisse nachzurühmen,
darum ist er aber doch nicht minder innerlich hohl. Die technisch
so wohl durchdachten Constructionen und den, Dank denselben, häufig
so malerisch wirkenden Aufbau der deutschen und französischen Möbel
des 13. bis 15. Jahrhunderts sucht man vergebens in den neugothischen
Arbeiten dieser Richtung, die sich durchaus derjenigen Construction
der modernen Möbel fügt, wie sie durch die allmälige Entwiekelung
der Renaissanceformen für unsere Zeit typisch geworden ist. Dagegen
wird gerade diejenige Eigenthümlichkeit, welche an den ächten gothischen
Möbeln häufig als die wenigst nachahmungswerthe erscheint
und der Entleihung ihres Ornats bei den Formen der Steinmetzkunst
und der Architektur entspringt, mit Vorliebe gepflegt, ja noch eigenmächtig
weiter entwickelt, wie wenn z. B. die mittlere Abtheilung
eines dreithürigen Schrankes mit einem regelrechten Radfenster abschliesst,
über dem ein Wimperg mit Krabben in aller Form Rechtens
aufsteigt, mit dem steilen Dach dahinter, dem sogar die Andeutung
seiner Ziegeldeckung nicht mangelt, ln dieser Richtung fehlten auch
die Wolbrandt’sehen Möbel, was sie aber trotzdem sehr beachtenswerth
und der von der Jury nur in seltenen Fällen verliehenen Fortschrittsmedaille
theilhaftig machte, war die in der deutschen Möbelgallerie
sonst fast gar nicht beobachtete Beherrschung der anderen,
nicht unmittelbar in der Tischlerwerkstatt keimathberechtigten I heile.
Bekannt ist, wie die Pariser Möbelindustrie ihre ausserordentliche
Entwickelung wesentlich dem Zusammenwirken der mannigfaltigsten
kann, sondern durch Spielen geprüft werden muss, so sollte auch die Prüfung
der Billards hinsichtlich der Plattengüte und des Bandenabschlages durch Benutzung
festgestellt werden: Dazu sind mm aber, fast nie die erforderlichen
Vorkehrungen vorhanden, und fehlt auch die wesentliche Voraussetzung, correcte
Einstellung der Platte in eine horizontale Ebene und ihr unverrückbares
Verharren in derselben. Letzteres wird schon durch die in den Weltausstellungsgallerien
wogenden Menschenmengen und den Bretterboden
vereitelt. Die Juries werden sich daher, so lange für die Billards keine besonderen
Vorkehrungen getroffen werden, auf deren Prüfung nach allgemeinen
Erfahrungssätzen beschränken müssen. J. L.