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1. Die Erzeugnisse der Möbeltischlerei etc.
Einschiebsel zu behaupten. Die Ausführung sämmtlicher Möbel in
abwechselnd polirtem und geschliffenem dunkelem Nussholz mit eingelegten
Metalllinien und reicher Schnitzarbeit war von einer sehr
anerkennenswerthen gleichmässigen Güte. Die Zeichnung aber liess
sehr vieles, ja Alles zu wünschen übrig. Im Stil herrschte die Renaissance
vor — aber welche, lässt sich schwer sagen. Ein seltsames
Mühen des Zeichners mit irrationellen Curven (am Speisetisch, an den
oberen Abschlüssen der Schrankfüllungen) hatte dem Ausführenden
ganz nutzlose Mühe bereitet. In den Ornamenten machten sich die
bekannten, nichtsnutzigen Hängetücher und hölzerne Yasen mit eckig
gebrochenen Henkeln hässlich breit. Das übrigens gut ausgeführte
Schnitzwerk war vielfach an unschicklicher Stelle verschwendet, nahm
weder auf bequeme Handhabung, noch auf Dauerhaftig'keit im Gebrauche,
dagegen um so nachdrücklicher auf das Ansammeln unentfernbarer
Staubmengen Bedacht. Zum Glücke darf die Fabrik sich rühmen, mit
ihren Parquetten den besten Erzeugnissen irgend anderer Aussteller
Ebenbürtiges geboten zu haben. Derselben wird noch in anderem Zusammenhang
gedacht werden. Hier sei nur noch die industrielle Bedeutung
der Firma dadurch gekennzeichnet, dass dieselbe unter einem
Directions- und Aufsichtspersonale von 50 Personen 550 bis 600 Arbeiter
in ihren Fabriken, und 300 bis 400 ausserhalb derselben beschäftigt,
auch mit 2 Dampfmaschinen von 140 Pferdekraft arbeitet und zwar
vorzugsweise für den Absatz in Deutschland selbst.
Die Möbel O. B. Friedrich’s in Dresden waren der Stolz der
deutschen Möbelausstellung. Wie wenig Anderes trugen sie dazu bei,
aus der kunstgewerblichen Niederlage Deutschlands das Vertrauen auf
eine siegreichere Zukunft zu retten. Dass auch sie nicht über jeden
Tadel erhaben, schwächt diese Bedeutung um so weniger, als ein Vergleich
mit den früheren Leistungen Friedrich’s, die ihm schon 1867
in Paris die Bronzemedaille eintrugen, einen tüchtigen Fortschritt in
der Zeichnung und Formenbehandlung, ein Beharren in meisterlicher
Sorgfalt der technischen Ausführung, die ihm einen Platz unmittelbar
neben Jackson & Graham anweist, klärlich ergab. Das Hauptstück
Friedrich’s war ein ganz in Ebenholz ausgeführter Prunkschrank
(Preis 9000 Rmk.). Ein dreigliedriger Unterschrank, darüber ein zweithüriger
Schrank von der Breite des mittleren unteren, flankirt von
zwei offenen Fächern, deren Rückwand durch eine Fortsetzung derjenigen
des Schrankes gebildet, deren flache Bedachung sich in gleicher
Höhe, doch etwas zurückweichend, an das Kranzgesims des Schrankes
anschliesst und an den Vorderecken von einer freistehenden, reichgegliederten
Säule gestützt wird. Eben solche Säulen stehen vor den
Lisenen des Mittelschrankes, über dessen geraden Sims ein in elegantem
Schwung gerollter, gebrochener Giebel einen lucarnenförmigen Aufsatz
einschliesst, der ein Uhrzifferblatt, ein Wappen oder ein Mono-