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Gruppe VIII. Holz-Industrie.
rechtigung sehr bestritten wird. Es sind jene Möbel ausHörnern und
Geweihen, gegen welche die Juries der Weltausstellungen sich wie
derholt schon und auch dieses Mal wieder ablehnend verhalten haben.
In der That wird bei jenen Kronleuchtern, Stühlen, Sophas und Gewehr
ständern ein kaum glaublicher Aufwand von Geschmacklosigkeit ent
faltet, der tim so erschrecklicher auftritt, je mehr das Möbel für wirk
lichen Gebrauch bestimmt zu sein vorgiebt. Das Bedürfniss, überhaupt
dergleichen Möbel zu erfinden und zu bauen, wird aus dem Wunsche
entsprungen sein, Beute der Jagd auf neue Weise angeordnet aufzustel
len. In alten Zeiten begnügte man sich, die durch Grösse oder seltene
Missbildungen ausgezeichneten Hirschgeweihe auf der Stirn eines höl
zernen Hirschkopfes zu befestigen und diesen mit einer mehr oder
minder reich geschnitzten, etwa das Wappen des glücklichen Jägers
und eine Schrifttafel für Ort und Umstände der Erlegung enthaltenden
halskragenartigen Verzierung an die Wand zu nageln. Das seltenere
Geweih des sagenhaften Elens wurde auch wohl mit einer geschnitzten
und bemalten, Wappen haltenden Figur (nicht immer glücklich) verbun
den und als Zierrath oder als Leuchterträger unter die Decke gehängt.
Das war nun in unserem Jahrhundert, wo die Eisenbahnen neue wild
reiche Jagdgebiete erschlossen, nicht mehr genügend, alles erdenkliche
Mobiliar musste jetzt aus Geweihen zusammengesetzt werden. Um so
leichter war es, diesem Anspruch zu genügen, selbst ganze Säle mit Mö
beln auszurüsten, an denen ausser den Tischplatten kein Holz zu sehen
war, als der Gedanke an die Schaustellung eigener Jagdbeute bald abhan
den kam und unsere Nimrods sich anstatt mit Geweihen des Edelhirsches,
mit den auf dem Handelswege bezogenen der nordamerikanischen Wa
pitis brüsten konnten. Nachdem schon eine Reihe von Jahren hindurch
die gewaltigen Stirnzierden dieses schönen Thieres vereinzelt bei uns
eingeführt waren, wurden neuerdings in Folge der Aufschliessung des
nordamerikanischen Binnenlandes durch die californische Eisenbahn
ungeheure Mengen von Geweihen der Wapitis und anderer Hirsche,
welche der Habsucht streifender Jäger in ungezählten Mengen zur
Beute fallen, auf den europäischen Markt geworfen. Dies hat vor
einigen Jahren eine plötzliche bedeutende Entwerthung der in den
Magazinen aufgespeicherten normalen Geweihe zur Folge gehabt, ohne
jedoch, wie es scheint, die Geweihmöbelfabrikation in eben dem Maasse
in Schwung zu bringen. Es war das auch ganz natürlich, da bei der
grösseren Billigkeit die Sonderbarkeit derartiger Möbel viel von ihrem
Reize einbüssen musste, der Abnehmerkreis ohnedies nicht beliebig zu
erweitern war.
Doch steht die Specialität noch immer in Blüthe, wie durch die
in den österreichischen und deutschen Gallerien zerstreuten Schaustel
lungen ihrer Erzeugnisse bewiesen. Ja, sie scheint sich gar noch neues
Terrain erobern zu wollen, wie ein von Johann Küffner in München